Allianz
- Fabian Strebin - Redakteur

Allianz: Aufstand im Paradies trotz Outperformance

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Die Allianz gilt in Deutschland als Inbegriff der Beständigkeit und vornehmer Zurückhaltung. Laute Töne sind nicht die Sache des Versicherungs- und Vermögensverwaltungskonzerns. Doch hinter den Mauern der Zentrale am Englischen Garten in München brodelt es. Grund ist der Führungsstil von CEO Oliver Bäte. Eine Notfallübung für internationale Führungskräfte in einem Kriegsszenario ist dabei nur die Spitze des Eisbergs. Doch Bäte hat bei seiner neuen Strategie für die Allianz mächtige Verbündete.

Operativ alles im Lot

Laut Handelsblatt kann der Allianz-Chef auf den Rückhalt der Arbeitnehmervertreter setzen. Ein hochrangiger Insider der Gruppe sagt: Im Aufsichtsrat würde niemand an der neuen Strategie zweifeln. „Wir brauchen einen Wandel“. Unter dem Titel „Erneuerung und Kontinuität“ will Bäte einiges ändern bei der Allianz. Höhere Renditen, niedrigere Kosten und zusätzlich noch die Digitalisierung des Geschäfts. Auch vor Entlassungen soll Bäte nicht zurückschrecken: Für etliche Mitarbeiter des Traditionshauses ist das anscheinend zu viel.

Doch die Zahlen stützen den bisherigen Kurs des Managers. Bei der kriselnden Vermögensverwalterungs-Tochterfirma Pimco wurde im Jahr 2016 der Turnaround geschafft, die Mittelzuflüsse beliefen sich zuletzt auf zweistellige Milliardenbeträge pro Quartal. Selbst das totgesagte Lebensversicherungsgeschäft läuft besser als erwartet. Das Beste: Seit dem Jahr 2015 hat die Allianz Aktie um 15 Prozent besser abgeschnitten als die Branche.

Zugreifen

Gerade in einem Traditionskonzern wie der Allianz ist es verständlich, dass CEO Bäte mit seinen teils unorthodoxen Managementpraktiken aneckt. Doch der Aufsichtsrat und die Gewerkschaft tragen seinen Kurs. Für Aktionäre lohnte sich ein Investment seit dem Jahr 2015 allemal: Aktuell steht der Kurs so hoch, wie seit zehn Jahren nicht mehr. Der nächste Widerstand liegt bei 174,49 Euro und stammt von 2007. Unterstützung bietet die Marke bei 170,70 Euro.

Auch fundamental spricht alles für eine Fortsetzung des Aufwärtstrends: Mit einem KGV von 11 ist die Aktie günstiger bewertet als die Gesamtbranche. Im kommenden Jahr soll die Bewertung sogar auf zehn sinken. Anlegern wird das Investment mit einer Dividendenrendite von 4,3 Prozent versüßt. DER AKTIONÄR sieht ein Kursziel von 200 Euro. Anleger sollten bei 147,50 Euro einen Stopp platzieren.

 


 

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