Allianz
- Nikolas Kessler - Redakteur

Allianz-Chef Bäte: Keine Angst vor Donald Trump

Die Versicherungsbranche befindet sich im Wandel. Was das für die Allianz bedeutet, hat Konzernchef Oliver Bäte nun in einem Interview erklärt.

Im Gespräch mit der Süddeutschen Zeitung hat sich der Vorstandsvorsitzende unter anderem zu möglichen Übernahmen geäußert. Die Allianz würde dabei nach großen Konkurrenten Ausschau halten. „Kleinere Unternehmen zu kaufen macht für uns keinen Sinn“, so Bäte. „Dabei liegt der Fokus auf der Sachversicherung und auch auf Vermögensverwaltung und Kreditversicherung.“ Konkrete Namen wollte er jedoch nicht nennen.

Wichtig sei, dass das Unternehmen zur Allianz passt, eine saubere Bilanz hat und bezahlbar ist, so der Allianz-Chef. Vor allem US-Unternehmen seien derzeit extrem hoch bewertet. Zu den Spekulationen über ein Interesse am Schweizer Konkurrenten Zurich äußerte sich Bäte nur indirekt und verwies darauf, dass es in der Geschichte der Allianz bislang nur freundliche Übernahmen gegeben habe: „Man muss also immer erst jemanden haben, der gekauft werden will.“

Hoffnung auf Steuersenkungen

Vom bevorstehenden Regierungswechsel in den USA verspricht sich die Allianz positive Effekte. "Die geplante Senkung der Unternehmenssteuern in den USA wäre für uns gut, weil wir dort sehr viel Steuern zahlen", sagte Bäte. Zudem könne sein Unternehmen vom starken Dollar und den von Trump in Aussicht gestellten Lockerungen bei der Regulierung profitieren. Fragezeichen werfe dagegen eine mögliche protektionistische Politik des neuen Präsidenten auf.

Zudem warnte Bäte vor einer abrupten Zinswende. „Ein Zinsschock nach oben haut kräftig ins Gebälk, vor allem über die Anleihen der Lebensversicherung.“ Vielen Versicherern würde dann sogar die Insolvenz drohen, weil sie darauf nicht vorbereitet seien. Für sein eigenes Haus gibt er aber Entwarnung: „Uns wird das nicht passieren, aber andere haben nicht so hohe Reserven wie wir.“

Intakter Aufwärtstrend

Auch wenn die Allianz-Aktie zuletzt wieder unter die 160-Euro-Marke zurückgefallen ist, bleibt das Chartbild positiv. Entsprechend können Anleger weiterhin zukaufen. Das Kursziel des AKTIONÄR liegt bei 185,00 Euro, ein Stopp bei 115,00 Euro sichert die Position ab.

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| Fabian Strebin | 0 Kommentare

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