Drillisch
- DER AKTIONÄR

Alle für einen, einer für alle

Am 9. Oktober sorgte Drillisch für einen Paukenschlag auf dem Frankfurter Börsenparkett. Der "kleine" Mobilfunkdienstleister hatte gemeldet, 9,4 Prozent der "großen" Mobilcom übernommen zu haben. Rätselte damals jeder über die Hintergründe dieser Aktion, ist mittlerweile bekannt, welchen Plan Drillisch-Boss Paschalis Choulidis ausgeheckt hat.

Drillisch will mit seinen stärksten Mitbewerbern einen Viererpakt schließen, um den Big Playern langfristig Paroli bieten zu können.

Am 9. Oktober sorgte Drillisch für einen Paukenschlag auf dem Frankfurter Börsenparkett. Der "kleine" Mobilfunkdienstleister hatte gemeldet, 9,4 Prozent der "großen" Mobilcom übernommen zu haben. Rätselte damals jeder über die Hintergründe dieser Aktion, ist mittlerweile bekannt, welchen Plan Drillisch-Boss Paschalis Choulidis ausgeheckt hat.

Starkes Bündnis

Nach den Vorstellungen des Drillisch-Chefs entsteht in Deutschland unter dem Dach von Mobilcom ein Mobilfunk-Reseller, der den Großen der Branche, T-Mobile und Vodafone, mächtig einheizen soll. Dazu sollen sich die vier größten deutschen Service-Provider Debitel, Talkline, Drillisch und Mobilcom zusammenschließen. Nach Einschätzung der DZ Bank würde so ein Konzern mit 20 Millionen Kunden, 25 Prozent Marktanteil, fünf Milliarden Euro Umsatz und einem Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen von 450 Millionen Euro aus der Taufe gehoben. T-Mobile hat in Deutschland derzeit etwa 30 Millionen, Vodafone rund 29 Millionen Kunden. Noch ist unklar, wie die Fusion ablaufen könnte. Bei einem Gespräch zwischen Choulidis und Mobilcom-Vorstand Eckhard Spoerr soll auch die Möglichkeit einer Übernahme Drillischs durch Mobilcom erörtert worden sein, heißt es in der Branche. Die Büdelsdorfer könnten den Kauf dank 470 Millionen Euro Nettofinanzvermögen leicht per Cash tätigen. Die Bereitschaft der beiden anderen zum Zusammenschluss hinge vom Preis ab, so Choulidis. Debitel wird vom Finanzinvestor Permira kontrolliert, der auch an Talkline indirekt über die dänische TDC beteiligt ist.

Drillisch voll im Plan

Operativ läuft bei Drillisch alles nach Plan. Im zweiten Quartal stieg die EBITDA-Marge auf 10,3 Prozent – zwei Prozentpunkte besser als bei Mobilcom. Für 2006 bekräftigte Choulidis das Ziel, ein EBITDA von 30 Millionen Euro zu erreichen. Das Ergebnis pro Aktie soll sich nach 0,45 Euro im Vorjahr bei 0,50 Euro einpendeln. 2007 erwartet der Vorstand auch eine zweistellige EBITDA-Marge.

Wachgeküsst

Choulidis’ Fusionspläne haben die Drillisch-Aktie aus ihrem Dornröschenschlaf geweckt. Zwar ist mangels Informationen eine Einschätzung momentan schwierig, sollten die Pläne tatsächlich umgesetzt werden, dürfte es auch mit dem Aktienkurs nach oben gehen. Für zusätzliche Fantasie sorgt die Möglichkeit, dass am Ende doch der Goliath (Mobilcom) den David (Drillisch) übernehmen könnte.

Erschienen in DER AKTIONÄR Ausgabe 45/2006.

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