Alibaba
- Werner Sperber - Redakteur

Alibaba: Depotaufnahme

Die Fachleute von Platow Emerging Markets sind begeistert von den Zahlen von Alibaba für das vierte Quartal des Ende März abgelaufenen Geschäftsjahres 2015/16 und der damit gezeigten Immunität gegen die Wirtschaftsflaute in China. Inzwischen handeln 423 Millionen auf den Internetseiten des Unternehmens und damit beinahe jeder dritte Chinese. Der Umsatz des Internet-Handelsunternehmens legte um 39 Prozent auf 24,2 Milliarden Chinesische Yuan (3,26 Milliarden Euro) zu. Der Gewinn stieg im Jahresvergleich um rund 85 Prozent auf 5,36 Milliarden Yuan (722 Millionen Euro). Allerdings sank das Nettoergebnis vor Einmaleffekten um 1,4 Prozent auf 1,02 Milliarden Euro. Der Vorstand begründete diesen Rückgang mit Kosten für die Erschließung ausländischer Märkte sowie Investitionen in den Bezahldienst Alipay.

Die Kurserholung seit dem Zwischentief bei 55 Euro von Februar dürfte sich aus technischer Sicht fortsetzen. Bei 55 Euro ist ein Doppelboden ausgebildet worden. Fundamental dürfte sich die Auslandsexpansion früher oder später bezahlt machen. Alibaba kaufte etwa die Internet-Lebensmittelhandelsfirma Ele.me, um dadurch das so genannte Online-to-Offline-Geschäft ausbauen. Die Analysten der japanischen Bank Nomura haben das durchschnittliche Kurs-Gewinn-Verhältnis von sieben chinesischen Internet-Firmen für dieses Jahr mit 29 angegeben. Damit relativiert sich das hohe KGV von Alibaba von 24. Vor diesem Hintergrund möchten die Verantwortlichen für das Musterdepot Aktien von Alibaba zu höchstens 72 Euro einbuchen und den Stoppkurs bei 50 Euro setzen.

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