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- Martin Weiß - stellv. Chefredakteur

Alibaba, Baidu und Co - ein kleines bisschen Horror-Show

Chinesische Tech-Aktien haben am Montag Federn gelassen und teils deutlich verloren. Die Eskalation im "So du mir, so ich dir"-Streit zwischen den USA und der Volksrepublik könnte die Papiere weiter belasten. Nur bei einem Titel sieht es gar nicht so schlecht aus. 

Von fünf Prozent bis zweistellig

Auf der Liste der 13 chinesischen Tech-Firmen, die DER AKTIONÄR für seine Leser covert, fand sich zum Wochenauftakt keine einzige mit grünen Vorzeichen. Zuvor war bekannt geworden, dass Donald Trump im Handelskrieg mit China die nächste Eskalationsstufe zünden will, indem er Investitionen aus der Volksrepublik in US-Tech-Konzerne erschwert.

Hier ein Überblick über die Performance (in Prozent) der Einzelwerte:

Alibaba (191,25$/-5,3%) Die Aktie ist der Innbegriff chinesischen Erfolges im Internet und mit einer Marktkapitalisierung von 491 Milliarden Dollar eines der wertvollsten Unternehmen der Welt. Viele Anleger haben die Aktien im Depot, insofern verwundert der Abschlag nicht - Risiko ist in diesen Tagen nicht gefragt.

Technisch steht das Papier noch dem gescheiterten Breakversuch über das Rekordhoch (208,37$) vor dem Test der 200-Tage-Linie.

Baidu (250,41$/ -3,3%) Als Marktführer bei der bezahlten (mobilen) Suche und Shooting-Star in der AI/KI-Szene und dem Autonomen Fahren hat Baidu bislang ein so- la-la-Börsenjahr hinter sich. Inklusive der Verluste vom Wochenauftakt steht ein Plus von 6,9% zu Buche.

Technisch hat Baidu am Montag auf der 200-Tage-Linie aufgesetzt. Hält die Unterstützung, dürfte der Kurs in den kommenden Wochen tendenziell höher laufen, wobei hier keine Wunderdinge zu erwarten sind. Bei einem Break liegt die nächste Auffanglinie bei 236$. 

JD.com (39,18$/-4,1%) Die Kursrallye bei unserer Empfehlung wurde durch den Handelsstreit jäh gestoppt und die Aktie krachte durch den GD200. Die heftige Reaktion erklärt sich a) aus dem Bemühen der Chinesen, den Cross-Border-Handel nach China (auch über die USA) zu intensivieren und b) den Kooperationspartnern wie Wal-Mart, denen bei dieser Strategie eine Schlüsselrolle zufällt. Ein Handelskrieg kommt da zur Unzeit.

Technisch findet sich eine (untergeordnete) Unterstützung auf dem aktuellen Kursniveau und im Bereich um 37$.

 

Momo (48,17$/-5,1%) Was hoch steigt,... Nach der Rallye ist das Papier des kleinen Social Networks jetzt etwas stärker unter die Räder gekommen. Allerdings geht es bei Momo eher um mit gefangen, mit gehangen. Die Firma erzielt 100 Prozent der Erlöse im Inland und ist von einem Handelskrieg - einmal abgesehen von den Auswirkungen auf Chinas Wohlstand insgesamt - nicht betroffen. Momo verdient Geld mit Live-Videos und dieser Bereich dürfte auch zukünftig wachsen.

Die Aktie hatte technisch zuletzt eine "Fahnenstange" ausgebildet, eine Korrektur war längst fällig. In diesem Fall greifen die Kauflimite bei 46$ und 42$. DER AKTIONÄR sieht derzeit keinen Grund, die Strategie bei Momo zu ändern.

 

Fazit: Anleger sollten nicht in Panik geraten. Insbesondere bei Aktien von Unternehmen mit wenig oder überhaupt keinen Auslandsumsätzen sind die fundamentalen Bedingungen dieselben, wie noch vor einem Monat. Wer Alibaba oder JD.com im Depot hält, sollte über eine Absicherung per Put-OS nachdenken, wenn die Papiere wichtige Unterstützungsmarken reißen.

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