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- Martin Weiß - stellv. Chefredakteur

Alibaba, Baidu, Weibo: Kursrallye vor G20-Gipfel

Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt, das gilt auch (oder besonders?) an der Börse. Seit Monaten rauschen die Aktien chinesischer Firmen in die Tiefe, vor allem Werte aus der zweiten Reihe hat es böse erwischt. Am Montag kommt es nun zu einer Trendwende, Alibaba und Co stehen weit oben auf den Einkaufslisten der Investoren. Ist der Anstieg nachhaltig?

Was ist passiert?

An der Wall Street steigen die Notierungen auf breiter Front, insbesondere die zuletzt durchgeschüttelten Tech-Werte legen teils kräftig zu. Zu den stärksten Titeln zählen jene aus dem chinesischen Internet:

  • Alibaba: +3,5%
  • Baidu: +1,8%
  • Weibo: +5,0%
  • JD.com: +7,0%
  • Baozun: +3,5%
  • Tencent: +3,9%

Hintergrund für die Kursrallye ist neben einem insgesamt freundlichen Marktumfeld der bevorstehende G20-Gipfel in Argentinien am Freitag. Am Rande des Treffens wollen sich US-Präsident Donald Trump und Chinas Staatschef Xi Jinping treffen, um über den seit Monaten eskalierenden Handelskrieg zwischen den beiden Großmächten zu diskutieren.

DER AKTIONÄR ist skeptisch, was eine Einigung betrifft. In chinesischen Medien ist die Erwartungshaltung ebenfalls gedämpft. So schreibt die South China Morning Post zwar, dass das Treffen die Chance auf einen Neuanfang bietet. Eigentlich. Allerdings war die Beziehung zwischen den beiden Staatschefs zuletzt turbulent, nicht zuletzt aufgrund der Verbal-Attacken Trumps gegen China.

Am Ende komme es auf die Chemie zwischen den beiden an, zitiert die SCMP den Leiter einer Universität: "Trump mag sich über den Handel mit China beschwert haben, jedoch hat er die Brücken hinter sich nicht abgebrochen."

Das große Ganze

Die Angst vor einer Eskalation im Handelsstreit hat die Aktienkurse chinesischer Firmen massiv belastet und selbst bei etablierten Namen wie Alibaba zu Kursverlusten von 30 Prozent geführt. Bei kleineren Werten aus der zweiten Reihe wie Baozun oder Weibo beträgt das Minus (seit dem Hoch) mehr als 50 Prozent.

Ohne Anzeichen für eine Annäherung der beiden Staatschefs im Handelsstreit - egal, wie klein die ausfallen mag - wird der Anstieg vom Montag ein Strohfeuer bleiben und sich bestenfalls noch ein paar Tage bis zum G20-Gipfel fortsetzen.

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