Innogy
- Werner Sperber - Redakteur

Aktionärsbrief: RWE oder Innogy; nur eine Aktie ist kaufenswert

Der Aktionärsbrief erklärt, RWE verkauft bis zu einem Viertel der Tochterfirma Innogy über die Börse. Die Aktie kann noch bis Donnerstag, 6. Oktober, für 32 bis 36 Euro gezeichnet werden, wobei die Nachfrage vor allem von institutionellen Investoren hoch ist. Stand Dienstag liegen bereits Kaufaufträge für mindestens 4,4 Milliarden Euro vor. Der Börsengang dürfte also auf jeden Fall überzeichnet werden. Von dem Erlös von 3,3 bis fünf Milliarden Euro fließen 1,2 bis zwei Milliarden Euro an Innogy, der Rest kommt RWE zugute. Der Börsenwert anhand der Preisspanne liegt zwischen hohen 17,8 und 20 Milliarden Euro für Innogy. RWE einschließlich Innogy kostet derzeit nur 8,6 Milliarden Euro an der Börse.

 

Allerdings erzeugt Innogy Strom aus erneuerbaren Quellen, vertreibt diesen Strom und betreibt die Stromnetze. Innogy erwirtschaftet damit 80 Prozent des operativen Ergebnisses von RWE. Bei RWE verbleiben die Risiken aus den Atomkraftwerken und das Geschäft mit den herkömmlichen Kohle- und Gas-Kraftwerken. Weil RWE einen Teil von Innogy verkauft, dürfte das Unternehmen auf eine Kapitalerhöhung verzichten können, um den noch in diesem Jahr fälligen Beitrag für die Zwischen- und Endlagerung von Atommüll zahlen zu können – anders als etwa E.on. Auf kurze bis mittlere Sicht sind die Aussichten für den Aktienkurs von Innogy gut, obwohl die hohe Nachfrage die Risiken verschwimmen lässt. Noch werden die Investitionen in die Stromnetze von der Bundesnetzagentur mit einer üppigen Rendite belohnt, aber diese Rendite wird im Laufe der kommenden fünf Jahres stetig wohl von neun auf sieben Prozent sinken. Da die Bundesnetzagentur die Basisverzinsung auf Grundlage der durchschnittlichen Umlaufrendite der vergangenen zehn Jahre berechnet, dürfte diese Rendite weiter verringern. Die ohnehin harten Zeiten der Energiekonzerne werden dann noch härter.

 

Kurz- und mittelfristig überwiegen aber noch die Vorteile. Auf Sicht der nächsten Jahre können es sich die Netzunternehmen noch in der staatlich garantierten, hochrentablen ökonomischen Nische bequem machen. Der Aktionärsbrief rät deshalb dazu, die Aktie von Innogy zu zeichnen und die Aktie von RWE mindestens bis zur Abspaltung von Innogy zu halten.


 

Optionsstrategien für die Praxis   2. Auflage

Autor: Rabe, Jens / Skoruppa, Kai
ISBN: 9783941493780
Seiten: 400
Erscheinungsdatum: 25. September 2012
Verlag: Börsenbuchverlag
Art: gebunden
Verfügbarkeit: als Buch und als eBook erhältlich

Weitere Informationen und Bestellmöglichkeiten finden Sie hier

Sie träumen davon, an der Börse ein Vermögen zu verdienen? Unzählige Bücher versprechen Ihnen die Erfüllung des Traumes. Dieses Buch ist anders! Die Autoren versuchen erst gar nicht, die Story vom schnellen Reichtum zu erzählen. Stattdessen zeigen sie auf, wie man mithilfe einer durchdachten und praxiserprobten Strategie ein regelmäßiges Einkommen an der Börse erzielen kann. Jens Rabe und Kai Skoruppa führen den Leser in die für Außenstehende auf den ersten Blick undurchschaubare Welt der Optionen ein und zeigen, wie dieses Instrument von Profis genutzt wird. Sie geben dem Leser sowohl das theoretische als auch das praktische Rüstzeug an die Hand, damit dieser anschließend selbst erfolgreich agieren kann. Beide Autoren vereint das Wissen und die Erfahrung aus vielen Jahren Eigenhandel und dem Management institutioneller Konten. Dieses Buch ist ein Muss für alle Leser, für die Börse mehr als nur ein Hobby ist und die ernsthaft an einer Professionalisierung ihrer Handelstätigkeit interessiert sind.

 

 

Artikel kommentieren:

Um einen Kommentar zu schreiben, müssen Sie eingeloggt sein.
Sie besitzen noch kein Login? Dann registrieren Sie sich kostenfrei.

  • Es sind noch keine Kommentare vorhanden.

Videos zum Thema:

Der Aktionär TV

Mehr zum Thema:

| Thorsten Küfner | 0 Kommentare

RWE: Was nun?

Die Gewinne des Versorgers RWE schmelzen auch nach der Neuausrichtung weiter. In den ersten neun Monaten dieses Jahres sackte das Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebitda) um 13 Prozent auf 3,8 Milliarden Euro ab. Hauptgrund ist der Verfall der Strompreise im Großhandel, der die … mehr
| Thorsten Küfner | 0 Kommentare

RWE-Tochter Innogy mit schwachen Zahlen: Kaufchance?

Die meist als RWE-Ökostromtochter Innogy, die gemessen am Großteil der Umsätze eigentlich eher als Netzbetreiber bezeichnet werden müsste, ist mit einem Gewinnrückgang in die Eigenständigkeit gestartet. Der Aktienkurs hatte sich bereits an den vergangenen Handelstagen schwach entwickelt. Lohnt sich … mehr
| Werner Sperber | 0 Kommentare

Platow: 360 Millionen Euro weniger für RWE und Innogy

Die Platow Börse verweist auf einen Rückschlag beim Börsengang der Innogy SE. Weil die Konsortial-Banken den Kurs mit Käufen stützen mussten, erwarben sie Aktien für 358 Millionen Euro aus der Mehrzuteilungs-Option (Greenshoe) und gaben sie an den Mutterkonzern RWE AG zurück. Deshalb nahmen RWE und … mehr
| Werner Sperber | 0 Kommentare

EamS: Innogy ist der Dividenden-Hammer

Die Euro am Sonntag verweist auf den erfolgreichen Börsengang der Innogy SE. Der Mutterkonzern RWE AG verkaufte einen Teil der Aktien und erhielt dafür fünf Milliarden Euro, von denen RWE zwei Milliarden an Innogy weiter reichte. Innogy wiederum finanziert damit das Geschäft mit den Stromnetzen und … mehr