Deutsche Bank
- Werner Sperber - Redakteur

Aktionärsbrief: Den Aktionären der Deutschen Bank drohen 45 Prozent Verwässerung

Der Aktionärsbrief erklärt, die Deutsche Bank hat an nicht kreditwürdige US-Kunden Immobilienkredite vergeben und die Ausfallrisiken in komplizierten und später wertlosen Wertpapieren weiterverkauft. Das US-Justizministerium fordert deshalb zum einen eine Strafzahlung von 14 Milliarden Dollar und zum anderen ein Angebot der Deutschen Bank, was sie zu zahlen bereit ist. 14 Milliarden Dollar Strafe würden das Bestehen der Deutschen Bank gefährden. Die mit solchen Methoden vertrauten Anwälte schätzen die Vergleichssumme auf acht bis zehn Milliarden Dollar. Die Analysten der US-Bank Morgan Stanley schätzen, die Deutsche Bank braucht bis zum Jahr 2018 eine Summe von neun Milliarden Euro. Zusätzliche Rechtsstreitigkeiten sind darin noch nicht enthalten. Ein Insider sagt, das Institut veranschlagt für den US-Hypothekenstreit eine Summe von 2,5 bis 3,0 Milliarden Dollar; für alle 8.000 Rechtstreitigkeiten seien 5,5 Milliarden Euro zurückgestellt.

 

Die Deutsche Bank könnte also frisches Geld brauchen, wobei wohl schon die Menschen in Deutschland über die Bundesregierung bei einer Kapitalerhöhung mit zahlen müssten, um eine solche überhaupt erfolgreich durchziehen zu können. Eine große Verwässerung der Altaktionäre ist absehbar. Der aktuelle Börsenwert liegt bei 16,5 Milliarden Euro, weshalb die Bank die Zahl der Aktien wohl von 1,38 Milliarden auf rund zwei Milliarden erhöhen, also etwa 620 Millionen neue Aktien verkaufen beziehungsweise das Kapital um 45 Prozent erhöhen müsste. Der Aktionärsbrief sieht zu viele Unwägbarkeiten und befürchtet sogar einstellige Aktienkurse. Deshalb sollten Anleger weiter außen vor bleiben.

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