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Aktionäre kontra Ricke

Der Versuch von Kai-Uwe Ricke, die Aktionäre der Deutschen Telekom auf den Umbau des Konzerns einzustimmen, ist nicht geglückt. Auf der Hauptversammlung regte sich heftige Kritik seitens der Anteilseigner. Insbesondere die Eingliederung von T-Online erregt die Gemüter.

Der Versuch von Kai-Uwe Ricke, die Aktionäre der Deutschen Telekom auf den Umbau des Konzerns einzustimmen, kann nur teilweise als geglückt angesehen werden. Auf der Hauptversammlung regte sich heftige Kritik gegen den Konzernlenker.

Von Steffen Eidam

Mit dem Verlauf der Hauptversammlung der Deutschen Telekom in Hannover kann wohl keiner richtig zufrieden sein. Zuviele ungelöste Probleme stehen sowohl für das Management als auch für die Anteilseigner noch im Raum. Die Aktionäre zeigten sich über die Art und Weise, wie T-Online wieder eingegliedert werden soll, gar nicht einverstanden. Verschiedene Vertreter von Kleinaktionären kritisierten die Angebote scharf. Ricke hingegen sieht seinen Konzern auf einen guten Weg, lediglich der Aktienkurs sei viel zu niedrig.

Zankapfel T-Online

Die Deutsche Telekom hat im Zuge der Eingliederung von T-Online in den Konzern ein Barangebot von 8,99 Euro und eine Umtauschrelation von 0,52 T-Aktien für eine T-Online geboten. In den Augen verschiedener Aktionärsvertreter ist das viel zu wenig, legt man einen Ausgabepreis von 27 Euro zu Grunde. Lars Labryga von der Schutzgemeinschaft der Kleinanleger bezeichnet das Vorgehen als "Schaden für die Aktienkultur in Deutschland". Auch Carsten Heise, Geschäftsführer der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW), kritisierte das Barangebot und die Tauschofferte scharf. Beides sei ein "absolutes Minimalangebot".

Prognose bekräftigt

Laut Konzernchef Kai-Uwe Ricke habe der Konzern mit der Ausrichtung auf die drei Geschäftsfelder Breitband/Festnetz, Geschäftskunden und Mobilfunk die Telekom eine Voraussetzung geschaffen, um ihre Marktpositionen zu halten und auszubauen. Ein wichtiger Bestandteil dieser Strategie ist die Verschmelzung von T-Online mit dem Mutterkonzern. Jetzt gilt es diesen Vorgang "zügig abzuschließen". Ricke bekräftigte, nach der Entschuldung in den vergangenen drei Jahren lege der Konzern den Fokus in den kommenden drei Jahren auf profitables Wachstum. Der Telekom-Chef bekräftigte die Prognose für 2005, wonach die Telekom einen bereinigten Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) zwischen 20,7 und 21,0 Milliarden Euro erwartet.

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