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- Michael Schröder - Redakteur

AKTIONÄR-Umfrage: Das sagen die Vorstände zum Brexit und zu möglichen Auswirkungen (Teil 2)

Der mögliche Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union ist in aller Munde – und schlägt den Anlegern aufs Gemüt. Doch wie stehen die Firmenlenker dem drohenden Brexit gegenüber? DER AKTIONÄR hat nachgefragt bei Vorständen heimischer Small- und MidCaps.

Das Thema Brexit verunsichert viele Unternehmen. „Nicht nur die direkten Handelsbeziehungen sind betroffen, vielmehr die Signalwirkung für die gesamte EU und die Zukunft eines einheitlichen Europas“, sagt USU-Vorstand Bernhard Oberschmidt. „Die EU wird dadurch vor allem außenpolitisch geschwächt. Diese Unsicherheit drückt auf die Stimmung in den Unternehmen und damit auch auf deren Investitionsentscheidungen.“ Auswirkungen auf das eigene operative Geschäft sieht er dagegen keine. „Unsere direkten Umsätze mit Großbritannien sind nur gering. Sollten unsere Kunden davon aber betroffen sein, hätte dies sicherlich deutlich abgeschwächt eine indirekte Auswirkung.“

Enis Ersü, Vorstand ISRA Vision, setzt auf Europa: „Wir sind der Auffassung, dass ein starkes Europa das Beste für die Europäische Union ist, wirtschaftlich, gesellschaftlich und politisch. Ein Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union würde unser operatives Geschäft nur unmerklich beeinflussen.“

KPS-Vorstand Leonardo Musso sieht die Entwicklung mit Sorge, insbesondere was die mittel- bis langfristige Konsequenzen angeht. „Kurzfristig hätte es keinen Einfluss auf unser operatives Geschäft. Da aber viele unserer Kunden in UK tätig sind, könnte es jedoch indirekte Auswirkungen geben. Diese werden aber wahrscheinlich nicht kurzfristig eintreten.“

Surteco-Vorstand Herbert Müller hält sich mit einer Prognose zurück. „Wir können nur gespannt auf die Entscheidung der britischen Wähler warten und deren Entscheidung akzeptieren. Niemand weiß so richtig, was am 24. Juni passiert, sollten die Briten für den Ausstieg stimmen. Wir wagen es nicht, eine Prognose abzugeben, zu indifferent ist das momentane Stimmungsbild.“ Da Surteco den englischen Markt über eine Tochtergesellschaft von vor Ort bedient, wären die direkten Auswirkungen auf unser operatives Geschäft eher gering. „Indirekt wäre eine Auswirkung über eine Änderung der Nachfrage in Großbritannien möglich“, so Müller.

Heiko Fischer, CEO der VTG AG hofft, dass sich die Briten sich für einen Verbleib in der EU entscheiden. „Langfristig sind die Folgen eines Brexit weder für Großbritannien noch für die EU absehbar. Unsere Aktivitäten in Großbritannien machen einen verhältnismäßig geringen Anteil am Gesamtergebnis der VTG AG aus. Die Auswirkungen eines möglichen Brexit wären für uns daher überschaubar.“

Peter Podesser, Vorstand von SFC Energy hebt hervor, dass die Diskussion um den Brexit zu Unsicherheit, insbesondere in den Finanzmärkten, geführt hat. „Diese Unsicherheit sollte allerdings nach der Abstimmung wieder zurückgehen.“ Auswirkungen auf das operative Geschäft seiner Gesellschaft sieht er kaum: „Ein Brexit hätte kaum Auswirkungen auf unser operatives Geschäft, einige Dinge würden in der Abwicklung, z. B. Zoll etwas aufwendiger. Märkte wie Norwegen oder die Schweiz sind für uns aber auch wichtige Märkte und man könnte auf die dortigen Erfahrungen zurückgreifen. Die Zollabwicklung mit britischen Lieferanten würde ebenfalls schwieriger werden.“

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