Delignit
- Michael Schröder - Redakteur

AKTIONÄR Hot-Stock: Delignit startet durch - Hintergründe und Ziele!

Als „Hot-Stock der Woche“ stellt DER AKTIONÄR gerne heimische Nischenplayer mit einem interessanten Geschäftsmodell und dynamischen Wachstumsaussichten vor, die das Zeug zum Outperformer haben. Ein Paradebeispiel dafür ist die Delignit AG.

Mit ihrer Ausrichtung erfreuen sich die Ostwestfalen einer spürbar anziehenden Nachfrage. Nicht ohne Grund: Der Delignit-Werkstoff basiert auf Laubholz wie der Buche, ist in seinem Lebenszyklus CO2-neutral und somit nichtregenerativen Werkstoffen ökologisch überlegen. Damit bedient die Gesellschaft aus ihrer Nische einen absoluten Megatrend. Denn mit dem Einsatz des Delignit-Werkstoffs können die Kunden aus der Automobil- und Schienenverkehrsindustrie ihre Umweltbilanz aufpolieren. Die Produktpalette des Entwicklungs-, Projekt- und Serienlieferanten ist vielfältig – und wächst. Neben Laderaumschutzsystemen und Ladungssicherungssystemen (Zurrschienen inklusive Befestigungstechnik) für leichte Nutzfahrzeuge gehören auch System-Bodenlösungen für Schienenfahrzeuge dazu. Zudem werden die Produkte auch als Kofferraumböden in Pkws, Spezialböden für Werkshallen sowie zur Verbesserung des Sicherheitsstandards von Gebäuden eingesetzt.

Die enorme Anwendungsvielfalt der Gesellschaft zeigt beispielsweise das digitale Kontrollsystem, mit dem dem Fahrer automatisch angezeigt wird, ob ein Transporter überladen oder die Ladung bei einem Bremsmanöver verrutscht ist.

Das Wachstumspotenzial bei Kleintransportern ist enorm. Ein Treiber ist hier der dynamisch wachsende Onlinehandel. Der Bruttoumsatz im deutschen E-Commerce ist 2017 um knapp elf Prozent auf 58,5 Milliarden Euro gewachsen. Für 2018 rechnet der Bundesverband E-Commerce und Versandhandel (BEVH) mit einer Steigerung um 9,3 Prozent auf 63,9 Milliarden Euro. Nach dem Kauf der Waren über das Internet werden diese in der Regel per Kleintransporter ausgeliefert – und müssen dort auch immer effizienter gesichert werden.

Zudem hat Delignit auf dem wiedererstarkten Pick-up-Markt Fuß gefasst. Dem Vernehmen nach liefert die Gesellschaft ihr Ladungssicherungspaket inklusive Befestigungstechnik unter anderem an einen großen deutschen Autokonzern. Weitere Kunden dürften folgen.

„Was uns besonders freut, ist, dass wir im Automotive-Bereich durch unsere Strategie ‚mehr Umsatz pro Fahrzeug‘ auch bei den Serienlieferverträgen eine Ausweitung der Lieferumfänge durch Produktneuentwicklungen sehen und wir uns zudem auch international stärker positionieren konnten“, so Delignit-Vorstand Markus Büscher gegenüber dem AKTIONÄR. In den letzten Monaten hat die Gesellschaft mehrere langfristige Millionenaufträge erhalten, die für eine hohe Visibilität sorgen. Auch im Bereich „Schiene“ haben sich die Ostwestfalen durch neue Verträge als internationaler Partner erfolgreich positioniert. „Ich möchte hier keine einzelnen Verträge besonders hervorheben, allerdings darauf verweisen, dass die OEM-Serienlieferverträge, die wir in 2016 abschließen konnten, mit ihrem Volumen und Laufzeit sicher einen Meilenstein darstellen“, sagt der Firmenlenker.

Büscher hat die Zeichen der Zeit frühzeitig erkannt und verfolgt die Strategie der Übertragung des Geschäftsmodells aus geografischer und Anwendungssicht. Was steckt dahinter? „Delignit war im Hauptmarkt der leichten Nutzfahrzeuge traditionell stark auf den deutschen Markt fokussiert“, erklärt der Vorstand. „In den vergangenen Jahren ist es uns aber gelungen, im entsprechenden Marktbereich ‚Automotive‘ deutlich international zu wachsen. So konnten wir Serienlieferverträge mit bestehenden Kunden regional ausweiten sowie Verträge mit Neukunden abschließen.“ Die Exportquote wurde entsprechend gesteigert: Inzwischen entfallen mehr als 35 Prozent der Umsätze auf das Ausland. Im ersten Halbjahr 2015 lag der Anteil erst bei rund 25 Prozent.

Auch wenn die Gesellschaft zum Jahresende aufgrund diverser Umbaumaßnahmen und Serienanläufen bei den Endkunden etwas an Wachstumsgeschwindigkeit verloren hat, kann sich das Zahlenwerk durchaus sehen lassen. Der Umsatz verbesserte sich 2017 um 8,5 Prozent auf 52,7 Millionen Euro – ein neuer Rekord in der Unternehmensgeschichte. Insbesondere in Sachen Profitabilität ist Delignit gut in der Spur. Nach vorläufigen, ungeprüften Zahlen verbesserte sich das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen, EBITDA, um 31 Prozent auf gut 4,9 Millionen Euro. Dies entspricht einer EBITDA-Marge von 9,2 Prozent nach 7,5 Prozent im Vorjahr, womit die Erwartung des Vorstands (Spanne von 7,5 bis 8,3 Prozent) übertroffen wurde. Das Konzernergebnis stieg um 33,1 Prozent auf 1,9 Millionen Euro. Das Ergebnis pro Aktie lag damit bei 0,24 Euro nach 0,18 Euro im Vorjahr.

Ab 2018 ist mit einer Beschleunigung des Gewinnwachstums zu rechnen. Bis zum Jahr 2022 will Delignit den Umsatz auf 100 Millionen Euro steigern. „Eine sicher ehrgeizige Vision, aber sie soll auch aufzeigen, was wir in unseren Märkten für möglich halten“, so der Vorstand. „Aufgrund des Wachstums ist es für uns wichtig, auch die Kapazitäten entsprechend auszuweiten und die Produktionsabläufe noch effizienter zu gestalten.“ Dafür wird in den kommenden Jahren jeweils ein niedriger einstelliger Millionen-Euro-Betrag in die Hand genommen. Dass sich die Investitionen amortisieren, daran lässt Büscher keinen Zweifel: „Wir investieren in den Ausbau unserer Kapazitäten. Dies erfolgt sicher nicht ohne Grund!“

76 Prozent der Delignit-Anteile sind im Besitz der ebenfalls börsennotierten Beteiligungsgesellschaft MBB. Deren Vorstand Dr. Christof Nesemeier hält große Stücke auf seine Tochter: „Langlaufende Aufträge und die stetige Verbesserung der eigenen Marktposition sollten dazu führen, dass Delignit sein seit Jahren beständiges Wachstum bei Umsatz und Ergebnis ungebrochen fortsetzt.“

Dreht der Vorstand weiter an den richtigen Schrauben, dürften die Margen auch dank Skaleneffekten mittelfristig in den zweistelligen Bereich steigen. Mit der Positionierung in absoluten Megatrends, gezielten Investitionen und der Beschleunigung des Wachstums dürfte die Aktie auf Sicht von zwölf bis 18 Monaten auch in den zweistelligen Bereich vorstoßen – ein echter „Hot-Stock“ eben.

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| Werner Sperber | 0 Kommentare

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