- Andreas Deutsch - Redakteur

"DAX steigt auf 16.800 Punkte"

Volker Schilling von Greiff Capital rät Anlegern, unbedingt Aktien zu kaufen. Seiner Meinung nach gibt es keine vernünftigen Alternativen zu Aktien. Wer zu lange mit dem Aktienkauf wartet, könnte es irgendwann bereuen. Zudem nennt der Experte im Interview seine Fonds-Favoriten.

DER AKTIONÄR: Herr Schilling, warum soll man jetzt Aktien kaufen?

VOLKER SCHILLING: Ganz einfach: Aktien sind die attraktivste Assetklasse. Ihre Bewertung ist aberwitzig niedrig. Die Unternehmen verdienen gutes Geld. Vor allem in der Krise konnte man sehr gut sehen, wie stark etwa deutsche Konzerne aufgestellt sind. Anders als viele Staaten haben sie die Krise ausgesprochen gut verkraftet.

Viele Anleger kaufen lieber Bundesanleihen statt Aktien.

Und was haben sie davon? Eine mickrige Rendite. Für mich steht fest: In den kommenden Jahren wird es eine große Umschichtung geben. Staatsanleihen verlieren ihren Reiz, und Aktien werden stark gefragt sein.

Sie klingen wie Peter Oppenheimer von Goldman Sachs, der einen dauerhaften Aufwärtstrend bei Aktien für wahrscheinlich hält.

Ich halte dies für sehr wahrscheinlich. Noch mal: Es gibt keine Assetklasse, die es derzeit mit Aktien aufnehmen kann. In der nächsten Zeit wird dies immer mehr Anlegern, die extrem unterinvestiert in Aktien sind, bewusst werden. Sie werden Aktien kaufen.

Zuletzt gab es viele positive Prognosen für den DAX. Bert Flossbach traut dem Index bis 2015 10.000 Punkte zu. Was meinen Sie?

Ich halte 16.800 Punkte für den DAX bis 2017 für realistisch.

Wie kommen Sie darauf?

Das letzte Mal, dass wir derartige Zustände hatten wie jetzt, war in den 70er-Jahren. Auch damals war ständig von Krise die Rede. Die Ölschocks hatten bei den Bürgern wahnsinnige Zukunftsängste ausgelöst. An der Börse erlebten wir starke Volatilitäten und ein ganzes verlorenes Jahrzehnt. Anfang der 80er-Jahre glaubte kaum noch einer daran, dass man mit Aktien Geld verdienen kann. Die Staaten hatten mit den Nachwehen der Ölkrisen und hoher Inflation zu kämpfen. Die Notenbanken mussten die Zinsen anheben und den Staaten blieb kaum Spielraum, um die Konjunktur anzukurbeln.

Trotzdem begann eine Rallye.

Und was für eine. Es gab eine regelrechte Raketenhausse. Von 1982 bis 1986 hat sich der deutsche Aktienmarkt verdreifacht. Wohlgemerkt nach einem Jahrzehnt der Stagnation und starker Volatilität - genau wie 2000 bis 2011. Übertragen wir die Lage der 70er und 80er auf heute, dann steht uns eine ordentliche Börsenhausse ins Haus. Glauben Sie mir: Der Investitionsstau, den wir gerade sehen, wird bald platzen.

Kommen wir auf Fonds zu sprechen. Wie lauten derzeit Ihre Favoriten?

Mir gefallen Fonds, die sich mit einer hervorragenden Asset-Allokation auszeichnen. Erstklassige Mischfonds sind der BayernInvest Bond Global Select-Fonds und der Flossbach von Storch Multiple Opportunities. Beide Produkte haben starke Manager und sind bestens aufgebaut. Sie verdienen auch in schlechten Marktphasen Geld.

Wo investieren Sie noch?

Die Emerging Markets sind nach wie vor ein Thema. Vor allem China gefällt mir gut. Der Aktienmarkt ist attraktiv bewertet und bietet für langfristig orientierte Anleger eine gute Einstiegsgelegenheit. Interessant ist der Schroder Greater China Fund. Ein guter globaler Fonds ist der Gutmann Optiselect Global Equity, der von Winfried Walter gemanagt wird.

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