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von Andreas Deutsch - Redakteur

"Die Enteignung der Anleger hat begonnen"

Wie können sich Sparer und Anleger vor den Folgen einer schleichenden Geldentwertung schützen? DER AKTIONÄR hat den Kölner Star-Fondsmanager Bert Flossbach gefragt, und seine Empfehlung ist eindeutig: Aktien bleiben als Sachwerte mit ihrem eingebauten Inflationsschutz erste Wahl.

Bert Flossbach und sein Team zählen seit Jahren zu den besten Investmentstrategen Europas. Die Fonds aus dem Hause Flossbach von Storch sind Dauerbrenner in den Bestenlisten. Als einer der führenden unabhängigen Ver­mögensverwalter in Deutschland betreut das Unternehmen Kundenvermögen von sieben Milliarden Euro. Vor wenigen Wochen kündigte Flossbach im AKTIONÄR goldene Zeiten für deutsche Blue Chips an: "Wenn ich sage, der DAX steht in drei Jahren bei 10.000 Punkten, dann ist das konservativ gerechnet."

Flossbach empfiehlt Aktien

DER AKTIONÄR: Herr Flossbach, Goldman Sachs hat vor Kurzem ein goldenes Jahrzehnt für Aktien ausgerufen. Anleihen sollten Anleger verkaufen, da sie keine Rendite mehr brächten, forderten die Experten. Sprechen die Banker Ihnen aus der Seele?

BERT FLOSSBACH: Absolut. In Zeiten unverzinster Inflation führt für Anleger kein Weg vorbei an Aktien. Nach Abzug der Inflation macht jeder, der sein Geld auf dem Konto, dem Sparbuch oder in Bundesanleihen anlegt, ein Verlustgeschäft. Auch wenn es hart klingt, es ist die Wahrheit: Die Enteignung der Anleger hat längst begonnen.

Wird sich das in absehbarer Zeit ändern?

Wieso sollte es? Wir brauchen doch Inflation, damit wir diese gewaltigen Schuldenberge abtragen können. Sparen allein hilft da nicht. Ich erwarte, dass die Europäische Zentralbank - trotz steigender Inflation - die Zinsen in naher Zukunft niedrig halten wird. Je länger die Zinsen niedrig sind, umso mehr müssen die Anleger nach rentablen Anlagealternativen suchen, um ihr Vermögen zu sichern und der Enteignung durch Inflation zu entgehen.

Was spricht derzeit noch für Aktien - außer der Inflation?

Den Anlegern sollte bewusst werden, dass Aktien erstklassiger Unternehmen quasi ein Schlaraffenland sind: Es gibt attraktive Renditen und verlässliche Unternehmensgewinne. Wenn Firmen sich durch eine starke Marktstellung, hohe Preissetzungsmacht, stabile Margen und solide Bilanzstrukturen auszeichnen, profitieren ihre Aktien gleich doppelt. Sie gewinnen zum einen von höheren Bewertungen und zum anderen durch steigende Unternehmensumsätze und -erträge.

Wie hoch werden die KGVs von Aktien denn steigen?

Wenn man es mit den Mietmultiplikatoren bei Top-Immobilien in den vergangenen Jahren vergleicht, ist da noch reichlich Platz nach oben.

Welche Branchen profitieren Ihrer Meinung nach in einem inflationären Umfeld besonders?

Den Produzenten von Konsumgütern des täglichen Bedarfs kommt zugute, dass die Verbraucher im Vergleich zur An­schaffung größerer Güter wie Autos weniger preissensitiv sind. In dem Sektor gefällt mir zum Beispiel Nestlé gut, auch weil das Unternehmen konstant eine attraktive Dividende ausschüttet.

Welchen Sektor favorisieren Sie darüber hinaus?

Im Technologiebereich sind viele Aktien sehr günstig bewertet. Microsoft, Oracle, Cisco Systems und Apple sind hier zu nennen, auch wenn wir bei Apple nach dem starken Kursanstieg ein Gewinnrisiko haben.

Herr Flossbach, vielen Dank für das Interview.

| Norbert Sesselmann | 0 Kommentare

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