RWE
- DER AKTIONÄR

Aktie unter Strom

Die Zahlen von RWE können sich sehen lassen: Im ersten Quartal 2007 hat der Energiekonzern den Gewinn je Aktie dank höherer Strompreise gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 50 Prozent auf 2,79 Euro gesteigert. Im Mittelpunkt des Anlegerinteresses stand die Aktie zuletzt aber nicht nur wegen diesem stattlichen Gewinnplus, sondern auch aufgrund von Übernahmegerüchten, denen zufolge die französische Electricité de France (EdF) an RWE interessiert ist.

Bei RWE laufen die Geschäfte gut. Aber nicht nur deshalb ist der Energiekonzern in den Fokus der Anleger gerückt.

Die Zahlen von RWE können sich sehen lassen: Im ersten Quartal 2007 hat der Energiekonzern den Gewinn je Aktie dank höherer Strompreise gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 50 Prozent auf 2,79 Euro gesteigert. Im Mittelpunkt des Anlegerinteresses stand die Aktie zuletzt aber nicht nur wegen diesem stattlichen Gewinnplus, sondern auch aufgrund von Übernahmegerüchten, denen zufolge die französische Electricité de France (EdF) an RWE interessiert ist.

Übernahmefantasie

Die jüngsten Gerüchte wurden zwar dementiert, aber dennoch ist RWE ein attraktiver Übernahmekandidat, da der Konzern in Deutschland, Großbritannien sowie in Mittel- und Osteuropa mit mindestens einem der Hauptprodukte Strom und Gas Marktführer ist. Analystenschätzungen zufolge dürfte eine Übernahmeofferte bei 100 Euro je Aktie liegen. Bei einem Gebot in dieser Größenordnung dürften angesichts klammer Haushaltskassen auch verschiedene Kommunen schwach werden, die gemeinsam mit 28 Prozent an RWE beteiligt sind.

Sinnvolle Verkäufe

Für RWE spricht auch der Rückzug aus dem Wassersektor. Denn in diesem Bereich lassen sich wegen eines hohen Investitionsbedarfs nur relativ geringe Gewinnmargen erzielen. So müssten beispielsweise alleine in London Milliardenbeträge investiert werden, um desolate Wasser- und Abwasserleitungsnetze zu sanieren. Daher war der Verkauf des britischen Wasserversorgers Thames Water für zwölf Milliarden Euro im Dezember 2006 ein Schritt in die richtige Richtung. Darüber hinaus soll noch dieses Jahr der Anbieter von Wasserdienstleistungen American Water Works in den USA an der Börse platziert werden. Die Erlöse aus den beiden Deals will RWE-Vorstandschef Harry Roels für Investitionen und Zukäufe im margenstarken Strom- und Gasgeschäft verwenden. Das um Sondereffekte bereinigte Nettoergebnis will RWE in den Jahren 2007 und 2008 im Durchschnitt um jeweils zehn Prozent steigern. Dieses Ziel wird durch den verstärkten Zukauf von CO2-Zertifikaten ab 2008 nicht gefährdet, da RWE die entsprechenden Aufwendungen an die Kunden weitergeben dürfte.

Da steckt Power drin

Angesichts der überzeugenden Marktstellung, der Konzentration auf das Kerngeschäft sowie guter Wachstumsaussichten in Osteuropa ist die RWE-Stammaktie mit einem 2008er-KGV von 13 günstig bewertet. Zudem ist der DAX-Titel aufgrund der Übernahmefantasie ein spannendes Investment.

Kursziel bei RWE: 100,00 Euro. Stopp: 67,50 Euro.

Erschienen in DER AKTIONÄR Ausgabe 22/2007.

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