Volkswagen Vz.
- DER AKTIONÄR

Aktie mit Discount

Der Umbau und die Restrukturierung des Konzerns, wichtige Personalentscheidungen, die Ablehnung des Übernahmeangebots von MAN für Scania, der Einstieg von Porsche und damit zusammenhängend auch Spekulationen über eine Komplettübernahme – an Neuigkeiten aus der Wolfsburger Firmenzentrale des VW-Konzerns mangelte es in der jungen Vergangenheit nicht. Für die Börsianer standen dabei vor allem zwei Aspekte im Vordergrund:

Bei Volkswagen stehen die Kursampeln seit Monaten fast permanent auf Grün. Die Umstrukturierung im Konzern und der Einstieg von Porsche treiben die Aktie an. Die Vorzugsaktien sind derzeit besonders interessant.

Der Umbau und die Restrukturierung des Konzerns, wichtige Personalentscheidungen, die Ablehnung des Übernahmeangebots von MAN für Scania, der Einstieg von Porsche und damit zusammenhängend auch Spekulationen über eine Komplettübernahme – an Neuigkeiten aus der Wolfsburger Firmenzentrale des VW-Konzerns mangelte es in der jungen Vergangenheit nicht. Für die Börsianer standen dabei vor allem zwei Aspekte im Vordergrund: die erfolgreiche Restrukturierung und der Einstieg von Porsche, welcher die Vorzugsaktien in einem neuen Licht erscheinen lässt.

In der Erfolgsspur

Dass das von VW initiierte Restrukturierungsprogramm Früchte trägt, beweisen eindrucksvoll die Zahlen. Der Umsatz kletterte in den ersten neun Monaten 2006 um knapp zwölf Prozent auf 77 Milliarden Euro, während das Nachsteuerergebnis einen Satz um fast 77 Prozent auf 1,2 Milliarden Euro machte. Im Gesamtjahr 2006 ist mit Erlösen von rund 102 Milliarden Euro und einem Gewinn von 1,6 Milliarden Euro zu rechnen. Die Restrukturierung wird der seit 1. Februar amtierende neue Vorstandschef Martin Winterkorn weiter vorantreiben. Dazu hat der ehemalige Audi-Chef einen Teil seiner alten Mannschaft nach Wolfsburg berufen. Mittelfristig soll die Umsatzrendite bei VW durch Optimierungsmaßnahmen in der Produktion und weiteren Stellenstreichungen von derzeit 1,6 auf sechs Prozent verbessert werden. Wenn Winterkorn als VW-Chef nur annähernd so erfolgreich agiert wie zuletzt bei der Tochter Audi, sollte ihm das auch gelingen.

Porsche-Turbo

Dafür dürfte auch der Druck vom neuen Großaktionär Porsche sorgen, der mittlerweile mit 27,4 Prozent an den Wolfsburgern beteiligt ist und den Anteil auf 29,9 Prozent ausbauen will. In diesem Zusammenhang wurden längst Spekulationen laut, dass Porsche möglicherweise an einer Komplettübernahme interessiert sei. In dieses Bild würde auch die jüngste Meldung von der Porsche-Hauptversammlung passen. Die Porsche-Aktionäre verschafften dem Vorstand die Möglichkeit, das Grundkapital um bis zu 50 Prozent aufzustocken. Dadurch könnte Porsche rund neun Milliarden Euro frisches Kapital aufnehmen. Ein entscheidender Punkt für Porsche dürfte die Zukunft des VW-Gesetzes sein. Über dessen Rechtmäßigkeit verhandelt derzeit der Europäische Gerichtshof (EUGH), da es vorsieht, dass kein Aktionär über mehr als 20 Prozent der Stimmrechte bei der Hauptversammlung verfügt, auch wenn er mehr Aktien besitzt. Ein Umstand, der laut EUKommission die Kapitalverkehrsfreiheit und die Niederlassungsfreiheit in der EU behindert. Ein Gutachten des Generalanwalts des EUGH wird für den 13. Februar erwartet. Ein entsprechendes Urteil dürften die Richter nicht vor Mitte des Jahres fällen. Experten gehen jedoch davon aus, dass das VW-Gesetzt fallen wird, was auch im Sinne von Porsche wäre.

In diesem Fall könnte eine weitere Spekulation an Nahrung gewinnen, nämlich die Wandlung der VW-Vorzugsaktien in Stammaktien. Die Vorzüge sind stimmrechtslos, dafür aber mit einer Mindestdividende von 0,11 Euro ausgestattet. Seit November letzten Jahres sind die Umsätze bei den VW-Vorzügen merklich angezogen. Marktbeobachter vertreten die Meinung, dass der Volumenanstieg auf Käufe von Porsche zurückzuführen sei. Dies ist sicherlich reine Spekulation, wenn man jedoch davon ausgeht, dass Porsche als Großaktionär im Falle eines Falls des VW-Gesetzes die Zusammenlegung der Aktien leicht durchsetzen könnte, wäre dies aus Sicht von Porsche eine clevere Strategie, zumal die Vorzugspapiere gegenüber den Stämmen mit einem Discount von über 35 Prozent gehandelt werden.

Vorzüge bevorzugen

VW hat sich seit der AKTIONÄRS-Empfehlung in Ausgabe 9/2006 mit einem Plus von 50 Prozent zwar prächtig entwickelt. Die anhaltenden Spekulationen über ein größeres Engagement von Porsche und die fortschreitende Sanierung dürften der Aktie weiter Auftrieb geben. Insbesondere für Neueinsteiger bietet sich der Kauf der Vorzugsaktien an. Anleger beteiligen sich damit genauso gut am Geschäftserfolg, sichern sich aber wie oben beschrieben einen ordentlichen Schuss Sonderfantasie. Da die Aktie einen sehr volatilen Verlauf nehmen könnte, eignet sich zur Risikominimierung sehr gut das nebenstehende Bonuszertifikat, das über einen Sicherheitspuffer von 27,8 Prozent verfügt.

Erschienen in DER AKTIONÄR Ausgabe 07/2007.

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| Jochen Kauper | 0 Kommentare

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