Deutsche Bank
- Andreas Deutsch - Redakteur

Deutsche Bank: Gute Bonität in Gefahr? Aktie steigt trotzdem

Der Skandal um manipulierte Referenz-Zinssätze könnte die beteiligten Banken neben ihrem guten Ruf auch ihre gute Bonität kosten. Die Geldstrafen sind laut der Ratingagentur Moody's nicht das Problem, sondern mögliche Gerichtsverfahren.

Die Geldstrafen seien wahrscheinlich durch die Gewinne der Banken gedeckt, erklärte Moody's in New York. Die Verluste aus den Prozessen könnten dagegen weit größer ausfallen - und am Ende sogar negative Auswirkungen auf die Kreditwürdigkeit haben. Eine Abwertung der Bonität könnte das Tagesgeschäft der Banken direkt belasten, weil ihnen dann droht, dass sie schwieriger an frisches Geld herankommen.

"Kosten die Höhe getrieben"

Der Ausgang der Gerichtsverfahren sei allerdings "höchst unsicher und dadurch schwierig zu beziffern", schränkte Moody's ein. Unter anderem hatten US-Hausbesitzer gegen ein Dutzend Kreditinstitute geklagt, darunter die Deutsche Bank. Die Gruppe wirft ihnen vor, durch die gemeinschaftliche Manipulation des Libor-Zinssatzes die Kosten für ihre Eigenheim-Hypotheken in die Höhe getrieben zu haben.

Der sogenannte Libor (London Interbank Offered Rate) wird täglich aus den Meldungen einzelner Banken ermittelt und stellt den durchschnittlichen Zinssatz dar, zu dem sich die Institute untereinander Geld leihen. Der Libor-Satz dient als Referenz für Geldgeschäfte in Billionenhöhe.

Die Hausbesitzer hatten für ihre Hypotheken variable Zinssätze gewählt, die sich am Libor orientierten. Auch institutionelle Investoren fühlen sich von den Banken geschädigt, darunter eine Fondsgesellschaft, die zur Frankfurter Privatbank Metzler gehört. Sie beteiligte sich bereits im Sommer an mehreren Sammelklagen.

Chance für Mutige

Die Aktie der Deutschen Bank beweist am Dienstag relative Stärke. In den vergangenen Tagen hatte das Papier aber deutlich stärker verloren als der Gesamtmarkt. DER AKTIONÄR ist trotz der Warnung von Moody's weiterhin optimistisch für die Deutsche Bank. Viel Negatives dürfte im Aktienkurs eingepreist sein. Spekulativ orientierte Anleger steigen ein und setzen den Stoppkurs bei 29,50 Euro.

Mit Material von dpa-AFX

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