Air Berlin
- Thorsten Küfner - Redakteur

Air Berlin verschafft sich Luft – jetzt einsteigen?

Die angeschlagene Fluglinie Air Berlin hat im dritten Quartal des laufenden Jahres den Gewinn gesteigert und damit die Analystenprognosen übertroffen. Sollten mutige Anleger jetzt auf eine Erholung der Aktie setzen?

Der Sparkurs hat sich bei Air Berlin im dritten Quartal weiter bezahlt gemacht. Die Airline verbuchte trotz der Streichung unrentabler Strecken einen Umsatz, der mit 1,4 Milliarden Euro auf dem Vorjahresniveau lag. Zudem konnte der operative Gewinn (EBIT) auf 101 Millionen Euro zulegen und das Nettoergebnis auf 67 Millionen Euro gesteigert werden. Damit übertraf die zweitgrößte Fluglinie Deutschlands die Prognosen der Analysten. Wegen der hohen Verluste im ersten Halbjahr hat Air Berlin in den ersten neun Monaten dennoch einen Verlust von 103 Millionen Euro verbucht. Konzernchef Hartmut Mehdorn zeigte sich mit dem Ergebnis zufrieden und bekräftigte: „Unser Ziel bleibt die Rückkehr in die Gewinnzone im kommenden Jahr." Zur kompletten Unternehmensmeldung.

Bilanz bleibt marode

Zwar konnte das Eigenkapital im dritten Quartal auf 186 Millionen Euro erhöht werden. Hier muss man allerdings im Auge behalten, dass die Immateriellen Vermögensgegenstände um weitere elf Millionen Euro auf nun 420 Millionen Euro zugeschrieben worden sind. Mittlerweile macht dieser Posten, zu dem vor allem Goodwill, Lizenzen, Start- und Landerechte sowie Markenrechte gehören, rund ein Sechstel der Bilanz aus. Die gesamten Sachanlagen des Unternehmens belaufen sich nur auf 602 Millionen Euro. Zum Vergleich: Bei der Deutschen Lufthansa macht dieser schwer monetarisierbare Posten nur sechs Prozent der Bilanzsumme und 14 Prozent des Eigenkapitals aus.

Finger weg!

Trotz der zuletzt positiven Ergebnisentwicklung sind die Aussichten für Air Berlin weiterhin trüb. Das Umfeld bleibt schwierig, der Konzern hat immer noch keine klare Positionierung zwischen Billigfliegern wie Ryanair und Easyjet oder Premiumanbietern wie Lufthansa gefunden. Zudem ist die Bilanz weiterhin marode und das Ziel, 2013 schwarze Zahlen zu schreiben, ist vor diesem Hintergrund äußerst ambitioniert (Analysten rechnen mit einem weiteren Verlust von 80 Millionen Euro). Anleger sollten um die Anteile einen großen Bogen machen.

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