Air Berlin
- Thorsten Küfner - Redakteur

Air Berlin: Wie lange reicht das Geld noch?

Air Berlin wird am Donnerstag ihre Quartalszahlen vorlegen. Zwar dürfte die zweitgrößte deutsche Fluglinie für das traditionell starke dritte Quartal einen Gewinn ausweisen, die Lage des Unternehmens bleibt angesichts eines dramatischen hohen Schuldenberges weiterhin angespannt.

Hartmut Mehdorn ist eigentlich nichts vorzuwerfen. Der ehemalige Deutsche-Bahn-Chef hat seit seinem Amtsantritt vor etwas mehr als einem Jahr an vielen Ecken und Enden gespart, um die Verluste bei Deutschlands zweitgrößter Fluglinie Air Berlin zumindest halbwegs einzudämmen (nun wird auch ein Stellenabbau in Erwägung gezogen). Dennoch dürfte es für Mehdorn sehr, sehr schwer werden, seine ehrgeizigen Ziele zu erreichen und die Airline aus der Verlustzone herauszuführen. Doch am Donnerstag kann Mehdorn wenigstens auch einmal schwarze Zahlen vermelden, denn dann wird das Ergebnis für das für Fluglinien traditionell starke dritte Quartal veröffentlicht. Der Ausblick dürfte aber düster bleiben.

Das Eigenkapital schmilzt dahin

Analysten rechnen im Durchschnitt mit einem Umsatz von 1,4 Milliarden Euro und einem Gewinn von 60 Millionen Euro beziehungsweise 0,61 Euro je Aktie. In den ersten sechs Monaten hat Air Berlin allerdings bereits 169 Millionen Euro verbrannt, sodass nach neun Monaten ein Verlust von mehr als 100 Millionen Euro ausgewiesen werden muss. Im vierten Quartal dürfte der Fehlbetrag dann weiter ausgeweitet werden.

Im Jahr 2013 wollte Mehdorn ursprünglich den Turnaround schaffen. Dies dürfte allerdings kaum klappen - und das nicht nur wegen des verzögerten Starts des neuen Hauptstadtflughafens. Analysten rechnen mit einem Verlust von rund 140 Millionen Euro. Für das kommende Jahr dürften weitere 80 Millionen Euro verbrannt werden. Zum Vergleich: Das Eigenkapital des Konzerns belief sich Ende Juni auf nur noch 101 Millionen Euro, die Eigenkapitalquote betrug gerade einmal vier Prozent.

Nichts wie raus!

Egal wie gut oder die schlecht die Zahlen für das dritte Quartal ausfallen, die Probleme bei Air Berlin sind einfach zu groß, um sie innerhalb kurzer Zeit zu lösen. Die Verschuldung ist sehr hoch, das Eigenkapital niedrig und auch das Umfeld ist angesichts einer schwächelnden Konjunktur und dennoch hoher Ölpreise denkbar schlecht. Aller Voraussicht nach benötigt Air Berlin in den kommenden Monaten wohl weitere Kapitalspritzen (möglicherweise vom Partner Etihad), um zu überleben. Anleger sollten daher weiterhin die Finger von den SDAX-Titeln lassen.

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