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Air Berlin: Kurs geht durch die Decke - Übernahmespekulationen

Die angeschlagene Fluggesellschaft Air Berlin verschiebt wegen "wichtiger Verhandlungen" überraschend ihre Bilanzvorlage. Bei den laufenden Gesprächen gehe es um "Handlungsoptionen, die im Fall ihrer Umsetzung einen wesentlichen Einfluss auf die Gesellschaft haben werden", teilte Deutschlands zweitgrößte Fluglinie am Mittwochabend mit. Die eigentlich für diesen Donnerstag angesetzte Vorlage der Jahresbilanz für 2013 werde daher um eine Woche auf den 27. März verschoben. Die Air-Berlin-Aktie schoss nach den Nachrichten in den letzten Handelsminuten um 14,75 Prozent nach oben.

Verkauf oder Teilverkauf

Um was genau es bei den Gesprächen geht, ließ die Gesellschaft offen. Vorstandschef Wolfgang Prock-Schauer und Finanzchef Ulf Hüttmeyer hatten jedoch bereits im November Schritte angekündigt, um den erwarteten Jahresverlust zumindest einzudämmen. Air Berlin arbeite an weiteren Sondererlösen, hieß es damals. Genauere Angaben wollte der Vorstand nicht machen. Schon im Jahr 2012 hatte sich die Gesellschaft überraschend in die Gewinnzone gerettet, indem sie ihr Vielfliegerprogramm an ihren Partner und Großaktionär Etihad verkaufte.

Tiefrote Zahlen

Im laufenden Geschäft schrieb Air Berlin jedoch weiterhin rote Zahlen. Das Unternehmen hat bereits das zweite Sanierungsprogramm aufgelegt, um wieder in die Gewinnzone zu kommen. Mit rund 900 Arbeitsplätzen soll rund jeder zehnte Job wegfallen. Um den Schuldenberg abzubauen, wollte der Vorstand Ende 2013 zudem weitere Flugzeuge verkaufen. Den Plänen zufolge sollten zum Jahreswechsel von den 143 Maschinen der Air-Berlin-Flotte nur noch etwa jede zehnte tatsächlich dem Unternehmen gehören.
Dennoch sah alles danach aus, dass der Schuldenberg langsamer schmilzt als zuvor geplant. Ende September saß die Gesellschaft auf einer Nettoverschuldung von 812 Millionen Euro. Die Marke von 500 Millionen Euro dürfte erst Ende 2014 erreicht werden und damit ein Jahr später als eigentlich beabsichtigt, hatte Finanzchef Hüttmeyer im November eingeräumt.

Quelle: dpa-AFX

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| Thorsten Küfner | 0 Kommentare

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