Adidas
- Andreas Deutsch - Redakteur

Adidas vs. Nike: Knaller gegen Rohrkrepierer

Es ist der ewige Kampf um die Vorherrschaft im lukrativen Sportartikelmarkt: Nike gegen Adidas. Zuletzt haben die Deutschen aufgeholt. Die Aktie läuft und läuft. Doch plötzlich gibt auch Nike Gas.

Im DAX ist Adidas in Sachen Performance das Maß aller Dinge. Seit Jahresanfang hat die Aktie von Europas größtem Sportartikelhersteller 72 Prozent zugelegt. Der Zweitplatzierte, RWE, kommt auf ein Plus von 34 Prozent.

Ganz anders die Situation bei Nike: Die Aktie der weltweiten Nummer 1 auf dem Sportartikelmarkt hat seit Jahresbeginn neun Prozent verloren – und nimmt damit den letzten Platz im Dow Jones ein. Der Grund für die schwache Performance: Nike hatte mit seinen Quartalszahlen für das dritte und vierte Quartal die Markterwartungen beim Umsatz leicht verfehlt. Das nahmen die verwöhnten Nike-Aktionäre dem Unternehmen aus Beaverton, Oregon übel.

Doch zuletzt gab es vermehrt positive Analystenstimmen. Jonathan Komp, Experte bei Baird, sieht die schwache Kursperformance der vergangenen Monate als ungerechtfertigt an. Er traut dem Titel nun eine Outperformance zu, Kursziel: 67 Dollar. Das sieht John Kernan (Cowen) genauso. Allerdings sieht er das Kursziel lediglich bei 63 Dollar.

Nike vs. Adidas, das ist derzeit auch ein Kampf um die Profitabilität. Noch hat Nike hier klar die Nase vorn, die Amerikaner kommen derzeit auf eine Nettomarge von zwölf Prozent, Adidas aber nur auf 5,2 Prozent. Doch Adidas wird in den kommenden Jahren mächtig aufholen, das ist klar. Dafür hat sich der Aufsichtsrat für Kaspar Rorsted als neuen Chef entschieden. Der Däne hat Henkel in neun Jahren zu einem der profitabelsten Konsumgüterkonzerne gemacht.

Adidas oder Nike?

Doch klar ist auch: Die Erwartungen an Rorsted sind immens, der neue Adidas-Chef muss unmittelbar nach Amtsantritt eine Top-Strategie vorlegen, wie er Adidas noch viel profitabler machen will. Enttäuscht er, wird die Adidas-Aktie auf Tauchstation gehen. Aber solange der Aufwärtstrend intakt ist, heißt die Devise: The trend is your friend, halten! Deutlich mehr Kurspotenzial hat indes der bisherige Underperformer Nike. Kursziel: 65 Euro.

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