- DER AKTIONÄR

Adidas heißt wieder Adidas

Der Sportartikelriese trennt sich von seiner Tochter Salomon. Die Börse reagiert darauf mit Zustimmung - und einem steigenden Adidas-Kurs. Dabei liefern die Franken gleich überzeugende Quartalszahlen mit. -Kurs.

Der fränkische Sportartikelriese trennt sich von Salomon. Die Börse reagiert darauf mit Zustimmung - und einem steigenden Adidas-Kurs.

Von Sascha Grundmann

Jahrzehntelang war Adidas einfach Adidas. Dann - im Jahr 1998 - kaufte der Herzogenauracher Konzern die französische Salomon-Gruppe auf. Fortan musste man zu Adidas "Adidas-Salomon" sagen. Doch damit ist jetzt Schluss. In der vergangenen Woche gab man bekannt, dass man sich wieder von Salomon trennen werde. Die finnische Amer Sports Corporation werde die Franzosen übernehmen, hieß es, der 485-Millionen-Euro-Deal soll im Herbst abgeschlossen sein. Adidas heißt also bald wieder Adidas.

Der Klotz ist weg

Dass Adidas die Trennung von Salomon vollziehen will, sorgte an der Börse für ein kleines Kursfeuerwerk. Am Tag der Bekanntgabe stieg die Adidas-Aktie um fast acht Prozent, ein beachtliches Plus für einen milliardenschweren Dax-Wert. Die Reaktion der Börsianer kommt nicht von ungefähr. Zwar tritt man von Seiten der Adidas-Führung nicht nach, sondern gibt sich betont harmonisch. So äußerte sich Vorstand Herbert Hainer in einer Pressemitteilung: "Salomon war ein bedeutendes Mitglied unseres Konzerns." Salomon-Präsident Jean-Luc Diard sagte zudem: "Es hat Spaß gemacht, in den letzten acht Jahren Teil des Adidas-Salomon Konzerns zu sein." Dennoch - für die Franken war das Salomon-Intermezzo ein teurer Spaß. Schon recht bald nach der Übernahme im Februar 1998 mehrten sich die Anzeichen dafür, dass der Deal eine Fehlentscheidung war. Der damalige Salomon-Chef wurde entlassen, auf den Firmenwert von seinerzeit 1,8 Milliarden Mark - der Kaufpreis hatte noch 2,4 Milliarden Mark betragen - wurde eine Sonderabschreibung von 700 Millionen Mark angekündigt. Und damit noch nicht genug: Weil der Skisport, dem Salomon sein Hauptaugenmerk widmete, in die Krise geraten war, belasteten die Salomon-Zahlen während des gesamten Gastspiels bei Adidas die Bilanz der Herzogenauracher (siehe Grafik). Nach dem Verkauf ist Adidas diesen Klotz am Bein nun endlich los.

Aufregende Zahlen

Das ist allerdings nicht die einzige gute Nachricht für die Adidas-Aktionäre. Denn bei all dem Trubel um die Veräußerung von Salomon fielen die jüngsten Quartalszahlen von Adidas fast ein bisschen unter den Tisch. Dabei waren die fast genau so aufregend: Im ersten Jahresviertel konnte Adidas - Entschuldigung, noch heißt es ja Adidas-Salomon - sowohl Umsatz als auch Ergebnis gegenüber dem Vorjahr deutlich steigern. Der Überschuss stieg von 72 auf 105 Millionen, der Betriebsgewinn von 142 auf 179 Millionen Euro. Zudem kletterte der Umsatz um zehn Prozent von 1,62 auf 1,78 Milliarden Euro. Was für die Börse allerdings noch entscheidender ist - der Sportartikelhersteller konkretisierte seine Gewinnprognose für das gesamte Geschäftsjahr. Demnach erwartet Adidas 2005 eine Gewinnsteigerung "am oberen Ende des Zielkorridors von zehn bis 15 Prozent". Am besten von allen Adidas-Salomon-Marken entwickelte sich dabei TaylorMade. Der Golf-Ausrüster erzielte ein Umsatzplus von 31 Prozent und verringerte den Verlust deutlich von 16 auf eine Million Euro. TaylorMade ist im Übrigen auch die einzige Marke aus dem Salomon-Portfolio, die Adidas nach der Trennung behält. Was noch? Bremsklotz Salomon ist weg, mit TaylorMade hat Adidas in Sachen Golf ein Eisen im Feuer, sowohl Börse als auch Analysten frohlocken und die Aussichten für das laufende Geschäftsjahr sind gut. Anlegerherz, was willst du mehr?

 

adidas-Salomon

 

ISIN DE0005003404
Kurs am 12.05.2005 127,80 €
Empfehlungskurs 129,99,€
Ziel 160,00 €
Stopp 111,00 €
KGV 06e 13
Chance/Risiko 3/2

 

Artikel aus DER AKTIONÄR 20/05

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