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Adidas - Angriff auf Nike

Europas größter Sportartikelhersteller Adidas-Salomon kauft den Konkurrenten Reebok für rund 3,8 Milliarden Euro in bar. Langfristiges Ziel: Nikes Vorherrschaft brechen.

Europas größter Sportartikelhersteller Adidas-Salomon kauft den Konkurrenten Reebok für rund 3,8 Milliarden Euro in bar. Langfristiges Ziel: Nikes Vorherrschaft brechen.

Von Martin Weiß

Den Meldungen zufolge wird Adidas für jede Aktie des zweitgrößten US-Herstellers von Sportschuhen 59 Dollar bezahlen - ein Aufschlag von 34 Prozent gegenüber dem gestrigen Schlusskurs (43,95 Dollar). Der Deal soll im ersten Quartal 2006 geschlossen werden.

Das fusionierte Unternehmen wird einen Marktanteil von 28 Prozent am weltweiten Sportsschuhmark besitzen, während Nike einen Anteil von 31 Prozent hält. Gemeinsam mit der Schuhsparte erhält Adidas Zugriff auf das Bekleidungsgeschäft von Reebok. Der US-Konzern besitzt unter anderem die Rechte zur Ausstattung der National Football League sowie der National Basketball Association.

Erster echter Nike-Konkurrent

2004 betrug der Marktanteil von Adidas am amerikanischen Sportschuhmarkt (ca. 8,9 Milliarden Dollar Volumen) 8,9 Prozent und der von Reebok 12 Prozent. Platzhirsch mit einem Anteil von 36 Prozent war Nike. Der Weltmarktführer brachte es 2004 auf einen Gesamtumsatz von 13,7 Milliarden Dollar und spielte damit in einer eigenen Liga.

Sollte die Fusion zwischen Adidas und Reebok den Segen der Behörden und Aktionäre erhalten, entstünde ein Konzern mit einem Jahresumsatz von rund 12 Milliarden Dollar und damit der erste echte Nike-Konkurrent. Adidas wird derzeit von der Börse mit 6,8 Milliarden Euro bewertet (ca. 8,2 Milliarden Dollar), Reebok mit 2,6 Milliarden Dollar und Nike mit 22,5 Milliarden Dollar.

Gute Q2-Zahlen

Neben der geplanten Reebok-Übernahme präsentierten die Herzogenauracher heute auch die Zahlen für das zweite Quartal. Demnach ist der Gewinn in den vergangenen drei Monaten um 33 Prozent auf 94 Millionen Euro gestiegen.Analysten hatten lediglich einen Überschuss von 86 Milionen Euro erwartet. Der Umsatz legte im gleichen Zeitraum um acht Prozent auf 1,516 Milliardern Euro zu. Auch hier konnte der Konzern die Markterwartungen übertreffen.

Künftig ohne Salomon

Bereits im Mai hatte Adidas-Salomon bekannt gegeben, sich von seiner Wintersport-Sparte Salomon zu trennen. Im Zuge dessen soll das Unternehmen im kommenden Jahr wieder in Adidas AG umbenannt werden.

Trotz der langfristig guten Aussichten, die der Kauf Adidas bietet, tendieren die Aktien am Morgen deutlich schwächer. Die Papiere verlieren im Xetra-System sechs Euro auf 141,50 Euro.

 

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