- DER AKTIONÄR

Ad Pepper - Aktie mit "Pep"

Der Online-Werbemarkt hat im ersten Halbjahr 2005 neue Rekordniveaus erreicht. Dementsprechend positiv blickt der Vorstand des Online-Marketing-Spezialisten Ad Pepper - Ulrich Schmidt - in die Zukunft.

Der Online-Werbemarkt hat im ersten Halbjahr 2005 neue Rekordniveaus erreicht. Dementsprechend positiv blickt der Vorstand des Online-Marketing-Spezialisten Ad Pepper - Ulrich Schmidt - in die Zukunft.

Ad Pepper Media International N.V., mit Sitz in Holland sowie Verwaltung in Nürnberg, ist ein internationales Online-Marketing-Unternehmen, das in zehn europäischen Ländern sowie in den USA aktiv ist. Die Akquisition des Website-Analyse-Produkts Nedstat Basic hat die Aktie wieder stärker in den Blickpunkt der Investoren gerückt. DER AKTIONÄR hat den Vorstandssprecher Ulrich Schmidt, zugleich einer der wesentlichen Aktionäre, zur Bedeutung dieses Deals sowie zu den Perspektiven der von ihm gemanagten Gesellschaft befragt.

DER AKTIONÄR: Herr Schmidt, inwieweit sind Sie mit Ihrer europaweiten Präsenz ein besserer Partner für internationale Auftraggeber als Ihre Mitanbieter?

Ulrich Schmidt: Im Gegensatz zu den meisten unserer Wettbewerber, die sich auf ein Produkt oder auf einen Markt konzentrieren, decken wir die gesamte Bandbreite von Online-Marketing ab. Ob Media, Direktmarketing, E-Mail-Marketing oder die dazugehörigen Technologien, wir setzen auch komplexe Kampagnen schnell und effizient über alle gängigen Auslieferungskanäle um und dies auf regionaler, nationaler und internationaler Ebene. Mit mehr als vier Millionen eigenen zustimmungsbasierten E-Mail-Profilen verfügt Ad Pepper zudem über eine der größten pan-europäischen E-Mail-Datenbanken.

Es gibt Schätzungen im Markt, wonach Sie in Ihren Beteiligungen stille Reserven von etwa zehn Millionen Euro haben. Was ist an den Gerüchten über einen eventuellen Börsengang der Firma Falk eSolution AG wahr?

Falk ist ein sehr dynamisch wachsendes Unternehmen mit exzellenter Profitabilität. Aber gerade der Technologiebereich erfordert eine hohe Investitionskraft und Auslandsexpansion eine starke Eigenkapitalbasis. In diesem Zusammenhang stellt sich auch für Falk die Frage einer Wachstumsfinanzierung. Hier sind wir momentan in der Bewertungsphase der unterschiedlichen Optionen, aber konkret ist momentan noch nichts.

Was erwarten Sie aus dem Einstieg in die Radiowerbung in den USA mit der dMarc Broadcasting Inc.?

Wir kennen die Gründer von dMarc Broadcasting bereits seit 1997 aus Ihrer Zeit als Gründer des US-Adserving-Anbieters Adforce sehr gut. DMarcs Radiotechnologie und Geschäftsmodell basiert auf den gleichen Grundprinzipien eines Adserving-Systems, was für die Radioindustrie durchaus als revolutionär einzustufen ist. Damit wird Radiowerbung genauso effizient und kostengünstig zu buchen sein wie Werbung im Internet. In den USA hat man die Innovationskraft von dMarc bereits erkannt und das Unternehmen ist in kürzester Zeit zu einem führenden Radio-Service-Provider aufgestiegen, der vollkommen neue Geschäftsfelder eröffnet.

Es wird sicher noch einige Monate dauern, bis wir dieses Geschäftsmodell auch in Europa einführen können. Aber ich bin sicher, dass uns diese Beteiligung auch unter finanziellen Gesichtspunkten noch Freude bereiten wird.

Welche Bedeutung hat die Akquise von Nedstat Basic für Ad Pepper?

Unsere Positionierung als Service-Provider für Werbekunden und Websites gleichermaßen macht Nedstat Basic zu einer wichtigen Ergänzung unseres bisherigen Portfolios. Wir haben damit eine direkte Anbindung an mehr als eine Million Websites.

Mit der Akquisition von Nedstat Basic haben wir unsere Reichweite mehr als verdoppelt und verfügen über mehr als vier Milliarden exklusive Kontakte pro Monat. Wir sind damit nicht mehr auf den kampagnenbezogen Zukauf von zusätzlichem Werbeinventar angewiesen, was sich positiv auf unsere Margen auswirken wird.

Wie stark wird dadurch Ihr Quartalsergebnis im dritten Quartal negativ beeinflusst?

Ich denke, dass wir mit der Verbuchung vieler Vorlaufkosten im zweiten Quartal das Tal durchschritten haben. Das dritte Quartal läuft nach derzeitigem Erkenntnisstand sehr zufriedenstellend, auch wenn wir noch keine großen Auswirkungen von Webstats4U, wie der neue Name des Produkts jetzt lautet, zeigen können.

Wie stark werden die Gewinnschätzungen von 39 Cent je Aktie für 2006 durch diese Übernahme beeinflusst?

Dazu müssen wir sicher noch den Verlauf der nächsten Quartale abwarten, um hier konkret werden zu können. Aber wenn wir keinen positiven Einfluss erwarten könnten, hätten wir die Investition sicher nicht gemacht.

Herr Schmidt, wo wollen Sie mit Ad Pepper zum Jahresende 2006 stehen?

Wir gehen grundsätzlich davon aus, dass der Markt der Online-Werbung auch 2006 insgesamt zweistellig zulegen wird. Wir wollen dieses Marktwachstum erneut übertreffen und weiter Marktanteile gewinnen, wobei insbesondere die Profite nachhaltig steigen sollen. Während wir von dMarc noch keine großen operativen Rückflüsse erwarten, sollte sich die Marge dank Webstats4U über das ganze Jahr wesentlich verbessern.

Vielen Dank für das Gespräch.

Das Interview führte Michael Lang.

Fazit: Ausbruch gelungen

Seit der Empfehlung in Ausgabe 08/05 hat der Kurs um 30 Prozent zugelegt. Durch den Ausbruch über den Widerstand bei sechs Euro hat die im Branchenvergleich nach wie vor günstig bewertete Aktie erneut ein charttechnisches Kaufsignal generiert. Zusätzliche Fantasie verleiht ein möglicher Börsengang von Falk eSolutions, der bereits innerhalb des nächsten Halbjahres stattfinden könnte.

Artikel aus DER AKTIONÄR (42/05).

 

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