- Werner Sperber - Redakteur

Abwärts für Heidelberger Druck

Derzeit wird die Musik nicht bei der Heidelberger Druckmaschinen AG gespielt, obwohl das Management aktuell das Effizienzprogramm Focus 2012 vorgestellt hat. Was den Aktienkurs langfristig bewegen wird, bestimmen derzeit maßgeblich Andere. Das ist eine schwache Ausgangslage.

Morgen, Mittwoch, 18. Januar, Mittwoch, 8. Februar, und Donnerstag, 3. Mai, bis Mittwoch, 16. Mai. Das sind die wichtigen Tage für die Aktionäre der Heidelberger Druckmaschinen AG. An diesen Tagen ist mit Informationen darüber zu rechnen, wie sich die Lage der hohen Überkapazitäten in der Druckmaschinen-Branche entwickeln dürfte, wie sich die Umsätze von Heidelberger Druck entwickeln dürften und wie die Stimmung in den Druckereien generell ist. Morgen legt Werner Schneider, Insolvenzverwalter von MANRoland, den Gläubigern des Druckmaschinen-Herstellers "ergebnisoffen" die Konzepte der beiden Bieter vor. So zitiert die Nachrichtenagentur Reuters den Insolvenzverwalter des HeidelbergerDruck-Konkurrenten. Die Augsburger Allgemeine Zeitung berichtet, einer der beiden Bieter sei die US-Beteiligungsgesellschaft Platinum Equity, welche den gesamten Konzern MANRoland übernehmen möchte. Ein Maschinenbau-Unternehmen aus Deutschland sei lediglich am Standort Augsburg interessiert, an dem Rollenoffset-Druckmaschinen gebaut werden, sowie am Standort Plauen. Wer den Bogenoffset-Standort Offenbach übernehmen würde, bliebe offen. Am 8. Februar plant Heidelberger Druck, die Zahlen für das dritte Quartal des Ende März ablaufenden Geschäftsjahres 2011/12 vorzulegen. Im Mai soll die Fachmesse drupa Kunden aus der Druckbranche anlocken, die zuletzt im Jahr 2008 dazu die Möglichkeit hatten. Zwischendurch dürften sich auch die Arbeitnehmer zu Wort melden, wie sie sich gegen den heute vorgestellten Sparplan zur Wehr setzen möchten.

30 Millionen bleiben netto

"Focus 2012" hat Bernhard Schreier, Vorstandsvorsitzender von Heidelberger Druck und Präsident der drupa, das "Effizienzprogramm" genannt. Rund 2.000 der noch verbliebenen 15.700 Arbeitnehmer werden dabei aus dem Konzern gedrückt. Mit "Focus 2012" sollen in den Jahren 2012 und 2013 die Kosten um 180 Millionen Euro gesenkt werden. Zunächst kostet das Programm aber 150 Millionen Euro an Einmalaufwendungen. Dennoch soll damit das Ziel erreicht werden, im Fiskaljahr 2013/14 ein operatives Ergebnis von 150 Millionen Euro zu erwirtschaften. Der Branche steht schließlich ein leichter Aufschwung bevor, wie Schreier und Dr. Paul Deimel prognostizieren. Der HeidelbergerDruck-Manager und der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Druck und Medien (BVDM) knüpfen an ihre Hoffnung allerdings Bedingungen, was ein schlechtes Zeichen ist.

Generell abwärts, spekulativ aufwärts

Charttechnisch hat seit dem 29. Dezember 2011 und dem Tief bei 1,18 Euro eine Aufwärtsbewegung eingesetzt. Die entsprechende Aufwärtslinie verläuft derzeit bei 1,55 Euro. Generell sind aber über alle Zeiträume Abwärtstrends gültig. Bei 1,40 Euro verläuft derzeit die seit Juni 2010 und einem Kurs von 8,75 Euro bestehende Abwärtstrendlinie. Bei 1,35 Euro und 1,30 Euro befinden sich horizontale Unterstützungen. Der nächste Widerstand ist die horizontale Marke von 1,69 Euro, gefolgt von den ebenfalls horizontalen Hürden bei 1,80 Euro, bei 2,85 Euro und bei 3,30 Euro. Bei 3,70 Euro verläuft aktuell die seit Juli 2007 und einer Notierung von sage und schreibe 40,95 Euro gültige Abwärtstrendlinie.

Konservative Anleger bleiben weg

Insgesamt haben die Analysten ihre Gewinnschätzungen für die Ende März ablaufenden Geschäftsjahre 2011/12 bis 2013/14 deutlich gesenkt. Sie gehen nun von Werten von minus 0,17 Euro, von plus 0,03 Euro und von minus 0,03 Euro je Aktie aus. Im Gewinn-Fiskaljahr 2012/13 entspräche das einem KGV von 55. DER AKTIONÄR rät konservativen Anlegern weiterhin dazu, abzuwarten, ob der Turnaround gelingt. Das wichtigste Signal dafür sind die Auftragszahlen. Risikobereite Anleger können auf den charttechnischen Aufwärtstrend setzen und mit einem Kursziel von drei Euro und einem Stoppkurs bei 1,35 Euro einsteigen.

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