Honda Motor
- DER AKTIONÄR

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Japans Automobilhersteller sorgen zurzeit für Schlagzeilen, vor allem aufgrund ihrer wachsenden Internationalisierung. So haben Toyota, Honda und Co im Geschäftsjahr 2005 erstmals mehr Autos im Ausland produziert als in der Heimat. Das besagt ein Bericht der Vereinigung der japanischen Autobauer. Die darin erwähnten Firmen haben in den zwölf Monaten bis Ende März 10,93 Millionen Autos in Übersee fertigen lassen.

Die japanische Automobilindustrie boomt weltweit. Einer der Konzerne will sogar ganz hoch hinaus.

Japans Automobilhersteller sorgen zurzeit für Schlagzeilen, vor allem aufgrund ihrer wachsenden Internationalisierung. So haben Toyota, Mazda, Honda und Co im Geschäftsjahr 2005 erstmals mehr Autos im Ausland produziert als in der Heimat. Das besagt ein Bericht der Vereinigung der japanischen Autobauer. Die zwölf darin erwähnten Auto- und Lastkraftwagenhersteller haben in den zwölf Monaten bis Ende März 10,93 Millionen Fahrzeuge in Übersee fertigen lassen und nur 10,89 Millionen in Japan – für Branchenbeobachter ein Beleg für die wachsende Expansion der japanischen Autokonzerne.

Ab in die Luft

Expansion bestimmt auch die Unternehmensnachrichten von Honda Motor. Allerdings weniger eine Expansion in regionaler Hinsicht – der weltgrößte Hersteller von Motoren für Autos und Motorräder will vielmehr sein Geschäft um einen Bereich erweitern: Honda plant den Einstieg in die Luftfahrtbranche. Den hatte in den Achtzigerjahren schon der 1991 verstorbene Firmengründer Soichiro Honda angestoßen. Doch erst jetzt wird der Bau eines kleinen Düsenflugzeugs umgesetzt. Der Mini-Jet soll mit der populären Kleinmaschine „Cessna“ konkurrieren. Vorteile des „HondaJets“: Er soll unter anderem um zehn Prozent schneller sein und über eine um 40 Prozent größere Reichweite als die „Cessna“ verfügen. Eine Entwicklung mit historischen Ausmaßen: Honda baut damit das erste von Japanern entwickelte Flugzeug nach dem Zweiten Weltkrieg; bislang haben japanische Firmen ausschließlich als Zulieferer für ausländische Luftfahrtkonzerne wie Boeing fungiert. Neben diesen neuen Aktivitäten wartete Honda mit einer Meldung auf, die vor allem die Aktionäre erfreute: Der Konzern steigerte dank eines sehr guten Nordamerika-Geschäfts den Gewinn im ersten Quartal stärker als erwartet. Zwar räumte Honda-Finanzvorstand Fumihiko Ike vor dem Hintergrund steigender Rohstoffpreise und damit verbundener höherer Materialkosten in der vergangenen Woche in einem Interview wachsende Ausgaben ein. Doch diese Aussicht bremste die Euphorie an der Börse nur geringfügig. Zumal der Konzern noch drei neue Geländewagenmodelle für die kommenden Monate in Aussicht stellte.

Andere japanische Autoanbieter warten ebenfalls mit positiven Meldungen auf. So hat die starke Nachfrage in Europa und Nordamerika auch das Ergebnis von Mazda deutlich verbessert: Im jüngsten Jahresviertel steigerte der Konzern den operativen Gewinn um 30, den Umsatz um knapp zehn Prozent. Zudem bestätigte Mazda die Gewinnprognose für das Gesamtjahr. Die Zuversicht beruht unter anderem auf den guten Verkaufszahlen, die der japanische Konzern mit den Modellen M3 und MX-5 in Übersee erzielen konnte. Die Anteilseigner wird es freuen – obwohl die ohnehin keinen echten Grund hätten sich über die Wertentwicklung der Mazda-Aktie in den vergangenen drei Jahren zu beschweren: Seit dem Frühjahr 2003 ging es mit der Notierung fast ohne Unterbrechung nach oben.

Groß mit Kleinen

Suzuki gehörte ebenfalls zu den Gewinnern des abgelaufenen Quartals, vor allem dank des in Folge der hohen Kraftstoffpreise gestiegenen Interesses an kleineren, sparsameren Autos. Zwar hatte das Unternehmen auf dem indonesischen Markt einige Probleme, die wurden aber von einem guten Geschäft in Indien und Pakistan wettgemacht. Darüber hinaus konnte Suzuki die Exporte nach Europa und in die USA steigern – eine Diversifikation, die von den Experten geschätzt wird: Das Analystenhaus Macquarie Research stufte Suzuki in einer jüngsten Kurzstudie mit „Outperform“ ein.

Während auch Wettbewerber Toyota glänzte und im Juli sogar mehr Fahrzeuge als Ford in den Staaten absetzte und damit hinter General Motors auf Platz zwei der Verkaufsrangliste sprang, schwächelten unter den großen japanischen Autobauern lediglich Nissan und Mitsubishi: Für Nissan wirkten sich der maue Absatz in Nordamerika und Umsatzeinbußen im Heimatland negativ aus; im Juni musste der Konzern den sechsten Monat in Folge mit einem Absatzrückgang (minus 10,5 Prozent) hinnehmen. Bei Mitsubishi gingen die Verkäufe im Juni um 8,7 Prozent zurück. Begründung: das schlechte Geschäft in Übersee.

Im Vorwärtsgang

Wer darauf setzt, dass japanische Autobauer weiterhin im Vorwärtsgang unterwegs sind, sollte einen Einstieg in die Aktien von Honda, Suzuki oder Mazda erwägen. Dabei hat Honda – unabhängig von dem Engagement in der Luftfahrt – vor allem gegenüber Mazda nicht nur optisch mehr Aufwärtspotenzial. Der Konzern scheint auch mit seinen neuen Modellen am besten für das entscheidende Geschäft außerhalb Japans gerüstet zu sein.

Erschienen in DER AKTIONÄR Ausgabe 33/2006.

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