Aareal Bank
- Thorsten Küfner - Redakteur

Aareal Bank enttäuscht die Anleger

Der Immobilienfinanzierer Aareal Bank verschiebt angesichts der neuen Unsicherheiten auf den Finanzmärkten die lange geplante Ausgabe einer eigenkapitalähnlichen Hybridanleihe. Das Institut peile nun eine Transaktion bis Jahresende an, sagte Finanzvorstand Hermann Merkens der "Börsen-Zeitung". Damit verschiebt sich auch die Rückzahlung der geplanten Staatshilfe von 300 Millionen Euro aus der Zeit der Finanzkrise. Das Thema wollte die MDAX -Gesellschaft ursprünglich in der ersten Jahreshälfte abgeschlossen haben. Merkens begründete die Verschiebung mit den neuen Schwankungen an der Märkten und den Konflikten in der Ukraine und Nahost. Die Aareal Bank hatte lange auf die genauen rechtlichen Vorgaben in Deutschland für Hybridanleihen gewartet. Im April wurde schließlich die Steuerabzugsfähigkeit festgelegt. Danach war eine Reihe von Emissionen solcher als Kernkapital anrechenbarer Hybridbonds von Banken erwartet worden. Doch bislang gab nur die Deutsche Bank solche Papiere aus. Der Branchenprimus sammelte im Mai 3,5 Milliarden Euro ein.

Teure stille Einlage

Die Aareal Bank will mit der geplanten Transaktion über rund 300 Millionen Euro die verbliebenen Stillen Einlagen des Bundes tilgen. Für die Einlagen berappte die Bank für 2013 rund elf Prozent Zinsen. Die stillen Einlagen erschweren die Ausschüttung von Dividenden. Wenn das Institut Geld an seine Aktionäre zurückzahlen will, muss es zugleich höhere Zinsen für die Einlage in Kauf nehmen. Ihren Hybridbond will das Institut laut Merkens mit einer Verzinsung "deutlich unter 9 Prozent" emittieren.
Hybridanleihen sind für Anleger riskanter als normale Schuldscheine. Im Krisenfall - wenn die Kapitalquoten einer Bank unter bestimmte Marken fallen - werden Hybridanleihen automatisch in Eigenkapital umgewandelt oder verfallen ganz. Sie können nach den neuen strengeren Kapitalregeln (Basel III) in begrenztem Umfang als Eigenkapital angerechnet werden.

Gutes zweites Quartal

Unterdessen sei das zweite Quartal gut verlaufen, sagte Merkens. Es schließe nahtlos ans erste Jahresviertel an. Da hatte das operative Ergebnis um 40 Prozent auf 65 Millionen Euro zugelegt. Zur Analystenprognose eines operativen Ergebnisses vor Einmalposten von 63 Millionen sagte er: "Das kann ich jetzt nicht kommentieren, aber ich würde einer solchen Schätzung auch nicht heftig widersprechen."

Kein Grund zur Sorge

Die Meldung der Verschiebung der Emission ist zwar wahrlich kein Grund zur Freude. Sie zeigt aber auch einmal mehr, wie vorsichtig das Management de Aareal Bank agiert – und dies ist langfristig betrachtet auch positiv zu werten. Die Aktie bleibt jedenfalls weiterhin ein Kauf, der Stoppkurs sollte bei 25,50 Euro belassen werden.
(Mit Material von dpa-AFX)

 

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