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- Thorsten Küfner - Redakteur

Aareal Bank, Allianz, Commerzbank und Deutsche Bank: Gebannter Blick auf Italien

Commerzbank, Allianz, Deutsche Bank und Aareal Bank dürften mit Spannung auf die Anleihenauktion neuer italienischer Staatsanleihen blicken. Nachdem der hoch verschuldete Eurostaat bereits gestern eine Tranche von Anleihen mit einer Laufzeit von sechs Monaten platziert hat, kommt heute Vormittag die Nagelprobe.

Italiens neuer Regierungschef Mario Monti konnte gestern zumindest vorerst durchschnaufen. Sein Land hat es geschafft, relativ problemlos sechsmonatige Anleihen im Volumen von 10,7 Milliarden Euro am Markt zu platzieren. Das Erfreuliche daran: Ähnlich wie kürzlich Spanien muss auch Italien den Investoren nun mit 3,25 Prozent deutlich weniger Zinsen für seine Schuldverschreibungen zahlen als vor der Geldspritze der EZB für Europas Banken. Im November lag die Rendite mit 6,5 Prozent noch doppelt so hoch. Damit hellen sich die Aussichten für das südeuropäische Land, dessen Staatsschulden bei knapp 120 Prozent des Bruttoinlandsprodukts liegen (zum Vergleich: der deutsche Schuldenstand von knapp zwei Billionen Euro entspricht rund 80 Prozent des BIPs), weiter auf.

Nun kommen die zehnjährigen Staatsanleihen

Heute Vormittag will Italien erneut den Gang an den Kapitalmarkt wagen. Dann steht die Auktion für dreijährige sowie zehnjährige Staatstitel auf dem Programm. Experten werten dies als eine Art Nagelprobe. Schließlich müssen Italien und auch viele andere Eurostaaten im kommenden Jahr dreistellige Milliardenbeträge am Kapitalmarkt einsammeln, um auslaufende Staatsanleihen zurückzuzahlen. Liegen die Zinsen auch für die drei- und zehnjährigen Anleihen relativ niedrig, dürfte sich die Anspannung der Marktteilnehmer weiter lösen.

Positiv für deutsche Finanzkonzerne

Aareal Bank, Commerzbank, Deutsche Bank sowie vor allem der Versicherer Allianz dürften von einer Entspannung der Situation in Italien profitieren. Schließlich hält die Allianz mehr als 20 Milliarden Euro italienische Schuldtitel und ist auch stark in Italien engagiert. Auch die Aareal Bank und die Commerzbank sind in Milliardenhöhe in italienischen Schuldverschreibungen investiert. Die Deutsche Bank hält gemessen an der Bilanzsumme zwar nur einen sehr geringen Anteil italienischer Schuldtitel. Allerdings würde der stark im Investmentbanking vertretene Bankenriese natürlich ebenfalls von einer weiteren Besserung der Marktlage profitieren.

Aareal Bank und Deutsche Bank bleiben die Favoriten

DER AKTIONÄR hält weiterhin an seiner Einschätzung fest: Die Titel der Deutschen Bank und der Aareal Bank bleiben die Favoriten im deutschen Finanzsektor. Auch die Anteile der Allianz bleiben attraktiv. An die Aktie der Commerzbank sollten sich hingegen nach wie vor nur mutige Anleger mit einem langen Atem wagen.

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