A.S.Creation Tapeten
- Werner Sperber - Redakteur

A.S. Création bietet eine 50-Prozent-Chance

Die Aktie von Europas größtem Tapetenhersteller hängt derzeit an der Marke von 29 Euro fest. Langsam wird es Zeit, dass sich die Börse wieder auf das Tagesgeschäft von A.S. Création Tapeten konzentriert und das rechtfertigt wesentlich höhere Notierungen – auch wenn die Aktie nur zu ihrem seit Jahren günstigen KGV von 10 zurückkehren sollte. Finanzvorstand Maik Krämer äußert sich im Gespräch mit dem AKTIONÄR zudem über die Zukunft des Konzerns.

Das Bundeskartellamt hat am 30. November 2010 unter anderem die Räume von A.S. Création Tapeten am Hauptsitz in Gummersbach wegen des Verdachts von wettbewerbswidriger Absprachen beziehungsweise abgestimmten Verhaltens in der deutschen Tapeten-Industrie durchsucht und geschäftliche Unterlagen beschlagnahmt. Seit diesem Zeitpunkt scheint das florierende Geschäft mit Tapeten sowie Dekorationsstoffen und Gardinen niemanden an der Börse mehr zu interessieren. Der Aktienkurs hängt an der Marke von 29 Euro und jeder scheint darauf zu warten etwas vom Kartellamt oder dem Unternehmen bezüglich des Ermittlungsverfahrens zu hören. Doch das kann dauern, monatelang, jahrelang. Unterdessen verdient A.S. Création Tapeten Geld und die Aktienbewertung wird günstiger und günstiger.

In den ersten neun Monaten 2010 setzte A.S. Création 138,5 Millionen Euro um, wobei 93,1 Prozent dieser Summe mit Tapeten erlöst worden sind. Das Umsatzwachstum belief sich im Jahresvergleich auf 2,6 Prozent. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) legte um 13,2 Prozent auf 11,2 Millionen Euro zu, wobei hier 97,4 Prozent der Sparte "Tapete" zuzurechnen sind. Das Nettoergebnis erhöhte sich um 16,8 Prozent auf 6,75 Millionen Euro respektive 2,45 Euro je Aktie. Die Prognosen von Finanzvorstand Maik Krämer für das Gesamtjahr 2010 lauten bislang: Der Umsatz soll zwischen 185 bis 190 Millionen Euro und der Überschuss zwischen 8,5 und 9,5 Millionen Euro liegen. Allerdings überrascht A.S. Création die Börse mit den Ergebnissen gewöhnlich positiv und die Bewertung ist bereits jetzt günstig.

Langfristig positive Aussichten

Finanzvorstand Krämer sieht das Unternehmen auf einem guten Weg. Im Gespräch mit dem AKTIONÄR erklärte er, dass die Planungen für das Gemeinschaftsunternehmen A.S. & Palitra in Russland mit dem gleichberechtigten Partner Kaf Palitra abgeschlossen sind. "Sobald es die Witterungsbedingungen zulassen, wird der Standort im Laufe des Jahres 2011 gebaut. Die Produktion dürfte im Jahr 2012 anlaufen." Auch der Online-Shop entwickelt sich gut, bei dem es sich schließlich erst zeigen musste, ob Tapeten tatsächlich über das Internet verkauft werden können. Nun erweist es sich, dass über dieses "zarte Pflänzchen zusätzliche Umsätze generiert werden, welche über die bereits zuvor bestehende Infrastruktur bedient werden können". Krämer hält zudem weitere Firmenzukäufe generell für möglich. Bei A.S. Création läuft es also plangemäß.

Langfristig zu günstig

Analysten schätzen den Gewinn pro Anteilschein für das Jahr 2010 auf 3,62 Euro, was bei einem Aktienkurs von 29 Euro ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von 8 bedeuten würde. Für das Jahr 2011 gehen sie von Erträgen von 3,83 Euro aus, entsprechend einem KGV von 8 und im Jahr 2012 soll A.S. Création 4,63 Euro je Aktie verdienen, was einem KGV von 6 gleichkommt. Im Schnitt der Jahre 2003 bis 2009 belief sich das KGV auf 9,6. Selbst diese Bewertung ist schon günstig und bis dieses KGV erreicht wird, müsste die Notierung um mehr als 50 Prozent zulegen. Doch auch andere Zahlen sprechen für den Einstieg: Bei einem Buchwert von 30 Euro je Aktie beträgt das KBV weniger als 1 und das KUV für 2011 beträgt lediglich 0,5.

Langfristig kaufenswert

Die Ermittlungen des Kartellamts sollten Anleger immer im Hinterkopf behalten, im vorderen Teil des Kopfes jedoch sollte allmählich wieder die wirtschaftliche Entwicklung von A.S. Création stehen und die rechtfertigt einen langfristigen Kursanstieg bis auf 44 Euro. Der Stoppkurs sollte bei 25,50 Euro gesetzt werden.

Artikel kommentieren:

Um einen Kommentar zu schreiben, müssen Sie eingeloggt sein.
Sie besitzen noch kein Login? Dann registrieren Sie sich kostenfrei.

  • Es sind noch keine Kommentare vorhanden.

Videos zum Thema:

Der Aktionär TV

Mehr zum Thema:

| Werner Sperber | 0 Kommentare

Börsenwelt Presseschau: Aixtron, Conergy und Dialog Semiconductor, Hochtief, Celesio sowie Wige Media unter der Lupe

4investors beschäftigt sich mit Aixtron, Conergy und Dialog Semicondutor. Die Actien-Börse Daily lauert auf Tiefkurse von Hochtief. Focus Money will "süße Medizin" von Celesio schlucken. Die Platow Börse freut sich darüber, dass Wige Media wieder in den Fokus der Anleger rückt. Zudem gibt es Änderungen in Musterdepots. mehr
| Werner Sperber | 0 Kommentare

Börsenwelt Presseschau: Pfleiderer, Patrizia Immobilien, Rheinmetall, Beiersdorf und Church & Dwight unter der Lupe

Aktien-Strategie sorgt sich um Pfleiderer. Börse Online folgt nach dem Ausbruch von Patrizia Immobilien dem Trend. Der Aktionärsbrief kürt Rheinmetall zum "Bullen der Woche" und liefert "Parkettgeflüster" zu Beiersdorf. Börse.de vertraut auf die konstanten Kursgewinne von Church & Dwight. Zudem gibt es Änderungen in Musterdepots. mehr
| Werner Sperber | 0 Kommentare

Börsenwelt Presseschau: Hewlett-Packard, Drillisch und Konsumtitel wie Praktiker, Hawesko, Einhell und andere unter der Lupe

Die Actien-Börse Daily glaubt an Leo Apotheker als den neuen Vorstandsvorsitzenden von Hewlett-Packard. Der Zertifikate und Optionsscheine Trader wünscht Drillisch viel Kraft und wenn nicht, ist auch ein passendes Derivat parat. Der Austria Börsenbrief setzt nun auf Konsumtitel, wie A.S. Création Tapeten, WMF, Hawesko, Ahlers, Hymer, Praktiker, Einhell Germany und Magix. Zudem gibt es eine Änderung in einem Musterdepot. mehr