GRIECHENLAND 03/13
- Alfred Maydorn - Redakteur

46 Prozent Zinsen in Griechenland, Negativ-Zins in der Schweiz

Die Zinsen spielen verrückt. Während zweijährige griechische Staatsanleihen mittlerweile eine Rendite von 46 Prozent erzielen, müssen Anleger in der Schweiz Geld mitbringen. Dort reißen sich Anleger um Anleihen mit negativen Zinssätzen.

In Griechenland befinden sich die Kurse von Anleihen weiterhin im freien Fall. Gleichzeitig schießen die Zinsen in die Höhe. Mittlerweile liegt die Rendite für zweijährige Papiere bei 46 Prozent. Damit hat sich der Zinssatz innerhalb von zwei Jahren mehr als verfünfzehnfacht. Im September 2009 lag die Rendite noch bei moderaten drei Prozent.

Über solche Renditen würde man sich heute in vielen Ländern freuen. In Deutschland etwa ist die Umlaufrendite zehnjähriger Staatsanleihen gerade unter zwei Prozent abgerutscht. Auch bei US-Staatsanleihen ist kaum mehr zu holen. Kürzere Laufzeiten werden noch weitaus niedriger verzinst.

Negative Zinsen

Die Schweiz hat den Spieß mittlerweile umgedreht. Sie zahlt nicht nur gar keine Zinsen mehr, sondern lässt sich Zinsen zahlen. Ende August wurden Staatsanleihen mit einem Zinssatz von minus einem Prozent ausgegeben. Trotz dieses Negativ-Zinses waren die Anleihen im Gegenwert von über rund acht Milliarden Schweizer Franken im Handumdrehen vergriffen.

Run auf sichere Anlagen

Den Anlegern dieser Anleihen geht es ausschließlich um eines, um Sicherheit. Und um ihr Geld im vermeintlich sicheren Schweizer Franken anlegen zu dürfen, sind sie sogar bereit, Zinsen zu bezahlen. Griechische Anleihen will indes trotz der astronomisch hohen Zinsen niemand haben. Die Angst von Zahlungsausfällen ist weiterhin präsent.

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