Research In Motion
- Alfred Maydorn - Redakteur

300 Prozent Gewinn oder Geld weg

Totgesagte leben manchmal länger – und glänzen dann an der Börse mit satten Gewinnen. Der Aktie des Blackberry-Herstellers Research in Motion kann der Turnaround gelingen, eine Kursvervielfachung ist möglich – aber eben auch der Verlust des eingesetzten Kapitals.

Von wegen Apple - der Erfinder des Smartphones ist der kanadische Konzern Research in Motion (RIM). Das erste Blackberry-Smartphone kam bereits 2003 in den Handel, also vier Jahre vor dem ersten iPhone. Die Geräte mit Tastatur verkauften sich wie geschnitten Brot und wurden zum absoluten Standard - insbesondere in Firmen. Die RIM-Aktie setzte zu einem Höhenflug an und schoss innerhalb von fünf Jahren von zwei auf über 140 Dollar.

Den Trend verschlafen

Dann aber machte das Management einen entscheidenden Fehler. Es verpasste den Trend zum Touchscreen und sah lange Zeit tatenlos zu, wie immer mehr Nutzer zu Apple, Samsung und Co wechselten. Marktanteile und Aktienkurs schrumpften um die Wette, Research in Motion musste Tausende von Mitarbeitern entlassen, das Unternehmen rutschte tief in die roten Zahlen.

Hoffen auf Blackberry 10

Aber es gibt Licht am Ende des Smartphone-Tunnels. Unter Leitung des deutschstämmigen neuen Vorstands­chefs Thorsten Heins wurde die Trendwende eingeleitet. Anfang 2013 sollen neue Blackberry-Geräte mit Touchscreen und dem völlig neu entwickelten Betriebssystem Blackberry 10 auf den Markt kommen.

Volle Kassen, zahlreiche Patente

Bis dahin kann sich das Unternehmen mit seinen noch immer 80 Millionen bestehenden Kunden über Wasser halten. Hilfreich ist auch der hohe Cashbestand von immerhin 2,3 Milliarden Dollar, der mehr als die Hälfte des Börsenwerts abdeckt. Zudem dürften Experten zufolge die mehreren Tausend Patente einen Wert zwischen zwei und drei Milliarden Dollar haben.

Neben den Patenten, dem reichlich vorhandenem Cash und den 80 Millionen Kunden hat Research in Motion mit seiner starken Marktstellung in vielen Entwicklungsländern einen weiteren Trumpf in der Hand. Immer wieder werden die Kanadier als möglicher Übernahmekandidat gehandelt.

Auf den Spuren von Apple?

Die Situation bei Research in Motion ist ernst, aber nicht aussichtslos. Wenn das Blackberry 10 ein Erfolg wird, kann die Aktie zu einer fulminanten Aufholjagd starten. Auch Apple stand bekanntlich schon einmal kurz vor dem Aus. Darüber hinaus ist Research in Motion ein heißer Übernahmekandidat. Als Käufer kommen unter anderem die PC-Hersteller Dell und HP, aber auch der japanische Elektronikriese Sony in Betracht.

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