SMA Solar
- Florian Söllner - Leitender Redakteur

30 Prozent Minus: Deutsche Bank mit „Sell“ für SMA-Solar-Aktie

Das Gros der Analysten hat zu spät reagiert. Doch nun werden die Experten deutlich. Am Freitag hagelt es nach dem überraschend schwachen Ausblick von SMA Solar Verkaufsempfehlungen.

Prognosen sind schwierig, besonders wenn sie die Zukunft betreffen (Niels Bohr). Auch für Analysten. Anfang des Jahres lag der Konsensus für den Nettogewinn der SMA Solar AG im Jahr 2013 noch bei rund 150 Millionen Euro. Gestern wurden viele unsanft geweckt. "Im besten Fall rechnen wir 2013 mit einem ausgeglichenen operativen Ergebnis. Einen Verlust können wir zum aktuellen Zeitpunkt nicht ausschließen", so SMA-Solar-Chef Urbon. Die SMA-Aktie hatte bis vor Kurzem noch ein vermeintlich günstiges KGV von 10 - und jetzt gar keines mehr.

In einer ersten Reaktion stuften nun die Analysten der Deutschen Bank und Macquarie das Papier von "Halten" bzw. "Neutral" auf "Verkaufen" ab. Besser lag in diesem Fall die Commerzbank. Lauren Licuanan hatte schon im Vorfeld zum "sell" geraten. Die Analystin fürchtet nun wegen des schwachen Ausblickes und umfangreicher Investitionen einen "massiven Kapitalverzehr". Zuletzt verfügte SMA Solar noch über Nettocash in Höhe von rund 270 Millionen Euro - was knapp der Hälfte der aktuellen Marktkapitalisierung entspricht.

Auch Leonard Herbig vom Berliner Zentrum für Solarmarktforschung ist skeptisch: "Die Zeit der guten Margen ist vorbei. Nach dem Preisverfall bei Silizium, Zellen und Modulen konzentriert sich jetzt die Kostenreduzierung auf Wechselrichter und Zubehör."

Neues Kursziel

Die Short-Empfehlung (AKTIONÄR-Ausgabe 11/12) auf SMA Solar wäre fast ausgestoppt (31,00 Euro) worden, ist aber schließlich aufgegangen. DER AKTIONÄR sieht weiteres Abwärtspotenzial bis hin zu 14 Euro. Das aktuelle 2013er-KUV liegt bei etwa 0,6. Für eine defizitäre Firma in einem weiterhin schwierigen Markt eine ambitionierte Bewertung.

Charttechnisch angeschlagen

SMA Solar hatte bereits vor wenigen Tagen ein charttechnisches Verkaufssignal geliefert. Wenngleich es kurzfristig einen kleinen Rebound geben könnte, dürfte das Sentiment mittelfristig schwach bleiben. Zumal viele Analysten erst jetzt reagieren und in den nächsten Wochen ihre veralteten, optimistischen Gewinnschätzungen und Kursziele anpassen.

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| Martin Mrowka | 0 Kommentare

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