DAX
- Michael Schröder - Redakteur

2012: Quo vadis, DAX? Ausblick der Profis! (Teil 7)

Ein spannendes Börsenjahr geht zu Ende. Die Schuldenkrise in Europa hat die Aktienmärkte fest im Griff. Doch die Anleger richten den Blick bereits nach vorne. Alle Jahre wieder wird zum Jahreswechsel gerätselt: Was bringt das neue Jahr? Wo steht der heimische Leitindex Ende 2012?

DER AKTIONÄR fragte nach bei Dr. Marco Bargel, Chefvolkswirt der Postbank.

DER AKTIONÄR: Herr Bargel, wie lange wird uns die Schuldenkrise noch beschäftigen?

Dr. Marco Bargel: Eine schnelle Lösung ist ausgeschlossen. Die hochverschuldeten Staaten müssen weitreichende Reformen umsetzen. Gleichzeitig müssen die Spielregeln für Mitglieder der Währungsunion geändert werden, beispielsweise durch Einführung einer nationalen Schuldenbremse, um den Euro dauerhaft krisenfest zu machen. Das benötigt Zeit.

Mit welcher Börsenentwicklung rechnen Sie 2012?

Wir rechnen mit einer gespaltenen Marktentwicklung. In der ersten Jahreshälfte dürfte der Aktienmarkt durch eine weiter schwelende Verschuldungskrise und schwache Konjunkturdaten zumindest phasenweise starkem Gegenwind ausgesetzt sein. In der zweiten Jahreshälfte 2012 dürften sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen dann deutlich verbessern und eine gute Basis für Kursanstiege bilden.

Woher nehmen Sie Ihren Optimismus?

Die aktuelle Konjunkturschwäche dürfte unseres Erachtens nur kurze Zeit anhalten und auch nicht besonders stark ausfallen. Die Wachstumskräfte in den für unsere Exportindustrie wichtigen Schwellenländern sind nach wie vor intakt. Zudem gibt es in jüngster Zeit vermehrt Anzeichen für eine konjunkturelle Erholung in der weltweit größten Volkswirtschaft, den USA. Vor diesem Hintergrund sollten die Unternehmensgewinne in 2012 weiter steigen und angesichts einer sehr niedrigen Bewertung von Dividendentiteln einen Spielraum für Kursanstiege eröffnen.

Wo sehen Sie den DAX am Ende des Jahres 2012?

Wir erwarten den DAX Ende 2012 bei 7.250 Punkten.

Vielen Dank für das Gespräch!

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