DAX
- Michael Schröder - Redakteur

2012: Quo vadis, DAX? Ausblick der Profis! (Teil 4)

Ein spannendes Börsenjahr geht zu Ende. Die Schuldenkrise in Europa hat die Aktienmärkte fest im Griff. Doch die Anleger richten den Blick bereits nach vorne. Alle Jahre wieder wird zum Jahreswechsel gerätselt: Was bringt das neue Jahr? Wo steht der heimische Leitindex Ende 2012?

DER AKTIONÄR fragte nach bei Dr. Berndt Fernow, Gruppenleiter Investment Strategy bei der Landesbank Baden-Württemberg.

DER AKTIONÄR: Herr Fernow, wie lange wird uns die Schuldenkrise noch beschäftigen?

Dr. Berndt Fernow: Die Schulden der Industriestaaten werden uns noch jahrelang beschäftigen. Der Lösungsweg der "finanziellen Repression", d.h. einer schleichenden Weginflationierung bei negativen Realzinsen auf Staatsanleihen besitzt aus jetziger Sicht die höchste Eintrittswahrscheinlichkeit. In der Euro-Schuldenkrise erwarten wir hingegen eine sukzessive Entspannung in dem Maße, wie sich unser Szenario der Vertiefung der Wirtschafts- und Währungsunion realisiert und die angeschlagenen Staaten wie Italien und Spanien einen nachhaltigen Pfad der Konsolidierung beschreiten. Nur so kehrt das Vertrauen der Gläubiger zurück, nicht durch immer größere Rettungsschirme und EZB-Aufkäufe. Das erste Halbjahr 2012 wird aber in jedem Falle von dieser Thematik überschattet.

Mit welcher Börsenentwicklung rechnen Sie 2012?

Das kommende Jahr wird ein positives Börsenjahr mit zweistelligen Wertzuwächsen am Aktienmarkt.

Woher nehmen Sie Ihren Optimismus?

Nicht zuletzt aus der aktuell günstigen Bewertung, die Aktien-Risikoprämie ist auf weit überdurchschnittlichem Niveau. In den Kursen ist eine milde Rezession bereits eingepreist. Die Weltkonjunktur schwächt sich zurzeit zwar noch ab, zur Jahresmitte 2012 könnte aber der Boden erreicht sein. Im zweiten Halbjahr sollten die Impulse aus der expansiver werdenden Geldpolitik der großen Schwellenländer zu wirken beginnen, und die Aktienkurse werden dies honorieren. Diese Einschätzung steht unter dem Vorbehalt, dass uns eine weitere, der politischen Kontrolle entgleitende Eskalation der Euro-Schuldenkrise erspart bleibt.

Wo sehen Sie den DAX am Ende des Jahres 2012?

Bei 6500 Punkten.

Vielen Dank für das Gespräch!

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