DAX
- Michael Schröder - Redakteur

2012: Quo vadis, DAX? Ausblick der Profis! (Teil 3)

Ein spannendes Börsenjahr geht zu Ende. Die Schuldenkrise in Europa hat die Aktienmärkte fest im Griff. Doch die Anleger richten den Blick bereits nach vorne. Alle Jahre wieder wird zum Jahreswechsel gerätselt: Was bringt das neue Jahr? Wo steht der heimische Leitindex Ende 2012?

DER AKTIONÄR fragte nach bei Christoph Schnabel, Vorstand beim Augsburger Researchhaus GBC Research.

DER AKTIONÄR: Herr Schnabel, wie lange wird uns die Schuldenkrise noch beschäftigen?

Christoph Schnabel: Noch über Jahre hinweg. Dabei wird das Thema mal mehr, mal weniger im Vordergrund stehen. Ganz von der Agenda dürfte es dabei jedoch nicht mehr verschwinden. Denn ist Europa erst mal gerettet, werden sich die Problemfelder nach Amerika verlagern. Ein immer noch ausuferndes Staatsdefizit, eine handlungsunfähige Regierung und der zunehmende Verlust der Wettbewerbsfähigkeit, welcher auch durch die Eurokrise beschleunigt wird, weisen dort den Weg weiter in die Krise.

Mit welcher Börsenentwicklung rechnen Sie 2012?

Im kommenden Jahr dürfte es an den Kapitalmärkten erneut heiß hergehen. Ich rechne dabei sowohl mit neuen Zweijahrestiefs als auch Hochs.

Wie begründen Sie diese Annahme?

Mit Blick auf Europa befinden wir uns aktuell immer noch in einer Findungsphase, in der wir nach einer Lösung für unser Problem, das fehlende Vertrauen der Märkte wieder zu erlangen, suchen. Hier nützt derzeit das Führungsduo Merkel und Sarkozy die angespannte Lage um wichtige Kontroll- und Reglementierungsmechanismen einzuführen, um so dass bisher fehlende Grundgerüst einer stabilen Währung zu schaffen. Sobald hier ein ausreichendes Korsett gefunden worden ist, wird man erwartungsgemäß mit einer zielgerichteten Maßnahme die Märkte zur Ruhe bringen. Denkbar ist hier zum Beispiel der unbegrenzte Ankauf von Staatsanleihen der Euroländer durch die EZB, welche oberhalb einer Rendite von fünf Prozent notieren. Allein eine Ankündigung würde hier vermutlich schon reichen, dass sich die Märkte beruhigen. Spekulanten wären von heut auf morgen an die Kette gelegt. Ganz nach dem Schweizer Vorbild also.

Wo sehen Sie den DAX am Ende des Jahres 2012?

Klar Richtung Zweijahreshoch tendieren. Über 7.500 Punkte könnten Ende 2012 durchaus realistisch sein.

Vielen Dank für das Gespräch!

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