First Solar
- Florian Söllner - Leitender Redakteur

20-Prozent-Sprung: Freiflächen-Boom beflügelt First Solar, Trina und Co

Lichtblick für Hersteller von günstigen Solarmodulen für Solar-Großkraftwerke: Offenbar entwickelt sich der Absatz aufgrund von Vorzieheffekten besser als erwartet. Der Rebound könnte einige Tage anhalten.

Wer viel Autobahn fährt, wird es schon bemerkt haben: Derzeit entstehen in Deutschland unzählige Solarkraftwerke. Der Grund sind Vorzieheffekte. Schließlich droht in Deutschland weiterhin eine deutliche Kürzung der Einspeisevergütung. Die Nachfrage ist überraschend stark und hat nun selbst den angeschlagenen Hersteller von Dünnschicht-Modulen für Freiflächenanlagen, First Solar, dazu bewogen, den im April angekündigten Deutschland-Rückzug zu verschieben. Die Produktion in Frankfurt/Oder wird laut der FTD wieder hochgefahren. Das Management erwarte, dass beide Werke bis Oktober mit fast voller Kapazität fahren könnten. Danach solle die Produktion langsam heruntergefahren und das Werk bis Ende dieses Jahres dennoch geschlossen werden.

20-Prozent-Sprung

Bereits gestern sagte Steubing-Analystin Alla Gorelova, CFA dem AKTIONÄR: "Laut einigen Aussagen läuft der PV-Market in Deutschland gut derzeit. Ich nehme an, das sind die Großprojekte, die noch vor der Förderkürzung installiert werden."

Die First-Solar-Aktie konnte im gestrigen US-Handel rund 20 Prozent zulegen. Der 2011 in diesem Aktienreport empfohlene Put liegt dennoch noch über 300 Prozent im grünen Bereich. Aufgrund des zwischenzeitlichen Rebounds hatte DER AKTIONÄR zu Teilgewinnmitnahmen geraten. Nun deutet sich - der gestrige Anstieg ist ein Indiz für einen kurzfristigen Trendwechsel - erneut eine Gegenbewegung an.

Trina Solar mit Bodenbildung

Wer in Solaraktien investieren will, die vom aktuell großen Zubau von Freiflächen-Anlagen besonders profitieren, kann weiterhin auf Trina Solar setzen (siehe auch: "Chart-Hoffnung"). Die Aktie konnte gestern aufgrund der First-Solar-Meldung rund acht Prozent zulegen. Denn vor allem dieser chinesische Hersteller kristalliner Solarmodule dürfte die Krise als Gewinner verlassen. Die Gefahr einer Pleite ist bei fast jeder Solarfirma gegeben. Doch die Chancen bei Trina - die Nettoverschuldung ist hier geringer als die bei Yingli, Solarworld oder Suntech - sind gleichzeitig sehr groß. Auch technologisch spielt Trina mit neuen Hochleistungsmodulen (siehe News von heute) in der 1. Liga.

Dennoch bleibt das Umfeld ungemütlich. Die Vorzieheffekte in Europa könnten schnell wieder abklingen. "Solar-Bär" Gordon Johnson sagte: "Das zweite Halbjahr wird für Trina und Co mehr Schmerz als Freude bringen" (siehe auch: "Kein Boden bei Trina").

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