- DER AKTIONÄR

"Zweistellig"

Am Montag, den 28. November 2005, startete die Immobilienfirma VIB Vermögen ins Freiverkehrssegment M:access der Börse München. Um welchen Börsenneuling es sich hierbei handelt, erklärt der Vorstand der bayerischen Firma im Interview mit DER AKTIONÄR

Am Montag, den 28. November 2005, startete die Immobilienfirma VIB Vermögen ins Freiverkehrssegment M:access der Börse München. Um welchen Börsenneuling es sich hierbei handelt, erklärt der Vorstand der bayerischen Firma im Interview mit DER AKTIONÄR

Von Nancy Lanzendörfer

DER AKTIONÄR: Herr Schlosser, wie beurteilen Sie den deutschen Immobilienmarkt allgemein? Und wie steht es mit Gewerbeimmobilien?

Ludwig Schlosser: Im Vergleich zu den bereits stark gestiegenen Preisen im europäischen Ausland besteht in Deutschland noch Nachholbedarf. Daher investieren zunehmend auch ausländische Gesellschaften in deutsche Gewerbeimmobilien, da in den kommenden Jahren eine Preisangleichung erwartet wird. Dies wirkt sich entsprechend positiv auf die Performance der VIB Vermögen AG aus. Gleichzeitig bestehen heute noch sehr gute Opportunitäten, das Eigenkapital aus der Kapitalerhöhung gezielt zu investieren.

 

DER AKTIONÄR: Wo sehen Sie die Wachstumschancen für Ihr Unternehmen?

Ludwig Schlosser: Die VIB Vermögen AG konzentriert sich auf Investitionen im süddeutschen Raum. Laut einer Prognos-Studie hat diese Region hervorragende Zukunftsaussichten. Von einem florierenden wirtschaftlichen Umfeld, steigender Kaufkraft und der Neuansiedlung von Unternehmen profitiert auch die VIB Vermögen AG als Bestandshalter von Gewerbeimmobilien.

DER AKTIONÄR: Der Wettbewerb in der Immobilienbranche ist groß. Wer sind Ihre stärksten Konkurrenten und warum kann sich VIB gegen diese durchsetzen?

Ludwig Schlosser: Mit einem Investitionsvolumen zwischen zwei und 30 Millionen Euro und einer regionalen Fokussierung auf Gewerbeimmobilien steht die VIB Vermögen AG nicht in Konkurrenz zu großen Immobilienfonds. Durch die Nischenpositionierung zählen kleine Pensionsfonds, große Bauunternehmen und selektiv auch ausländische Investoren zum erweiterten Wettbewerbsumfeld. Jedoch weisen diese im Gegensatz zu uns häufig nicht die Expertise in der Verwaltung und Vermietung der Immobilien auf.

DER AKTIONÄR: Wie ertragreich arbeitet VIB in dieser Branche?

Ludwig Schlosser: Seit der Gründung arbeitet die VIB Vermögen AG sehr profitabel. So konnten in den vergangenen Jahren EBIT-Margen von über 40 Prozent und Cashflow-Margen von mehr als 40 Prozent erwirtschaftet werden. Auch im Hinblick auf den Jahresüberschuss verblieben Umsatzmargen im deutlich zweistelligen Bereich. Damit ist die VIB Vermögen AG eine renditestarke Immobilien-Holding, die durch eine konservative Finanzierungsstrategie gleichzeitig über eine hervorragende Substanz verfügt.

DER AKTIONÄR: Eine der Besonderheiten von VIB liegt in einem niedrigen Fremdfinanzierungsanteil. Wie schaffen Sie das?

Ludwig Schlosser: Wir setzen in der Finanzierung der Immobilien auf ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Eigen- und Fremdkapital. Im Branchenvergleich weist die VIB Vermögen AG dadurch eine sehr niedrige Zinsaufwandsquote auf. Dies reduziert einerseits das Risiko deutlich und wirkt sich andererseits positiv auf die Ertragskraft aus.

DER AKTIONÄR: Welche Umsatz- und Gewinnperformance können Sie für die letzten Jahre vorweisen und mit welchem Wachstum rechnen Sie in den kommenden Jahren?

Ludwig Schlosser: Im vergangenen Jahr hat der VIB-Konzern betriebliche Erträge in Höhe von 5,4 Millionen Euro erwirtschaftet. Als Jahresüberschuss verblieben rund eine Million Euro. Im ersten Halbjahr 2005 lagen die betrieblichen Erträge im Vorjahresvergleich bereits um 37 Prozent höher bei 3,7 Millionen Euro. Durch unsere zielgerichteten Investitionen, unter anderem in das DonauCityCenter in Ingolstadt in diesem Jahr sowie die geplanten Neuinvestitionen, die durch die Kapitalerhöhung ermöglicht werden, rechnen wir auch in Zukunft mit einem zweistelligen Unternehmenswachstum.

DER AKTIONÄR: Gibt es Kunden/Mieter, die größere Anteile zum Umsatz beitragen, Stichwort Umsatzverteilung?

Ludwig Schlosser: Insgesamt hat die VIB Vermögen AG über 40 verschiedene Mieter aus zehn Branchen mit meist langfristigen Mietverträgen. Hierzu zählen bonitätsstarke Unternehmen wie zum Beispiel der Audi-Zulieferer Faurecia, Aldi, Edeka, Ciba Vision, Bosch Rexroth oder Burger King. Das Risiko aus den Mietverhältnissen ist daher stark diversifiziert.

DER AKTIONÄR: Wie sieht die Finanzsituation von VIB Vermögen aus?

Ludwig Schlosser: Zum Jahresende 2004 weist der VIB-Konzern eine Eigenkapitalquote von 26,8 Prozent aus, die liquiden Mittel betrugen rund sechs Millionen Euro. Durch die erfolgreich platzierte Kapitalerhöhung werden sich diese Kennzahlen weiter verbessern. Eine Besonderheit des Unternehmens ist vor allem das niedrige Verhältnis von Nettokaltmieten zum Zinsaufwand von rund 25 Prozent. Somit verfügen wir über einen ausgeprägten Sicherheitspuffer selbst im Falle von stark steigenden Zinsen oder Mietausfällen.

DER AKTIONÄR: Den Emissionserlös von 30 Millionen Euro wollen Sie - Berichten zufolge - für den weiteren Ausbau Ihres Geschäfts und zur Diversifizierung des Immobilienportfolios heranziehen. Was bedeutet dies genau?

Ludwig Schlosser: Das bedeutet, dass wir zusätzliche gewerbliche Immobilien bauen oder kaufen werden, um eine noch breitere Diversifikation an Mietern, die in unterschiedlichen Märkten tätig sind, zu erreichen. Dies wird uns in die Lage versetzen, unser ertragsstarkes Wachstum in den kommenden Jahren im Sinne unserer Aktionäre fortzuführen.

DER AKTIONÄR: Warum sollte sich der Anleger die VIB-Aktie genauer ansehen?

Ludwig Schlosser: Die VIB Vermögen AG verbindet eine hohe Ertragskraft und eine werthaltige Substanz, die dem Anleger gleichzeitig Sicherheit und Zukunftschance bietet. Unsere Mieter zeichnen sich durchweg durch eine sehr gute Bonität aus, wodurch zukünftige Erträge gesichert sind. Als Nischenplayer können wir nicht zuletzt durch das frische Eigenkapital im wachstumsstarken süddeutschen Raum investieren. Mit unserem ausgeprägten regionalen Netzwerk können wir so aussichtsreiche Immobilien frühzeitig identifizieren, die unsere strengen Investitionskriterien erfüllen. Hierzu zählt eine nachhaltige Lage, gute Drittverwertungsmöglichkeiten und Mietrenditen von über acht Prozent. Dabei wollen wir auch in Zukunft eine aktive Dividendenpolitik betreiben, wovon der Anleger profitiert. All dies macht die Aktie der VIB Vermögen AG zu einer attraktiven Investitionsmöglichkeit.

Artikel aus DER AKTIONÄR 49/05

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