bmp
von Markus Horntrich - Chefredakteur

"Wir notieren deutlich unter Buchwert"

Wichtiger Durchbruch für die Berliner Beteiligungsgesellschaft bmp media investors: Die Biotech-Tochter Revotar Biopharmaceuticals hat eine Kapitalrunde erfolgreich abgeschlossen und damit die Finanzierung für 2012 gesichert. Der Weg für einen Exit ist damit auf mittlere Sicht geebnet.

Wichtiger Durchbruch für die Berliner Beteiligungsgesellschaft bmp media investors AG: Die 38%-Prozent-Tochter Revotar Biopharmaceuticals AG hat eine meilensteinabhängige Kapitalrunde erfolgreich abgeschlossen und damit die Finanzierung für das Geschäftsjahr 2012 gesichert. Neben bmp und weiteren Altaktionären haben sich auch drei Neuinvestoren an der Finanzierungsrunde beteiligt. Montega Research sieht den fairen Wert der bmp-Aktie bei 1,60 Euro - mehr als 100 Prozent über dem aktuellen Kurs von 0,75 Euro.

DER AKTIONÄR sprach mit bmp-Vorstand Oliver Borrmann über den angepeilten Verkauf der Revotar-Beteiligung, die Perspektiven bei der börsennotierten Beteiligung Heliocentris und das ehrgeizige Ziel, den Börsenwert bis 2015 auf 100 Millionen Euro zu steigern.

DER AKTIONÄR: Herr Borrmann, die bmp-Beteiligung Revotar Biopharmaceuticals AG hat eine Finanzierungsrunde erfolgreich abgeschlossen und ist damit für 2012 durchfinanziert. Welche Bedeutung hat diese positive News einer der wichtigsten Beteiligungen für bmp?

Oliver Borrmann: Wir freuen uns natürlich sehr über den erfolgreichen Abschluss der Finanzierungsrunde und über die Tatsache, dass auch branchen- und kapitalmarkterfahrene Neuinvestoren mit an Bord gekommen sind. Mit dieser Finanzierung hat Revotar nun die Möglichkeit, in 2012 einen geeigneten Pharmapartner für einen Trade Sale oder einen Lizenzdeal zu finden oder durch eine große Finanzierungsrunde über Private Equity oder den Kapitalmarkt die nächsten klinischen Studien selbst umzusetzen.

Als bmp media investors würden wir natürlich einen Verkauf oder ein IPO bevorzugen, um uns mittelfristig voll und ganz auf unseren Investmentfokus Medien & Marketing Services  konzentrieren zu können.

Ist mit dieser Meldung ein möglicher Wertberichtigungsbedarf auf die Revotar-Position, den Ihr Vorstandskollege Jens Spyrka in einem früheren Interview auf bis zu zwei Millionen Euro taxierte, nun endgültig vom Tisch?

Davon kann für den Jahresabschluss 2011 ausgegangen werden, da Revotar nicht nur für 2012 finanziert ist, sondern die bezahlte Unternehmensbewertung über unserem Buchwertansatz lag.

Montega Research sieht den aktuellen Wert der Revotar Biopharmaceuticals AG bei 30 Millionen Euro. Dies würde einem Anteil von allein 0,60 Euro je bmp-Aktie entsprechen. Ist diese Schätzung aus Ihrer Sicht realistisch?

Will man Revotar heute vor Start der so wichtigen größeren klinische Phase II Studie in COPD verkaufen, so könnte sich der Wert durchaus im mittleren zweistelligen Mio. Euro Bereich bewegen. Hätte Revotar die finanziellen Ressourcen, um die Studie heute alleine umzusetzen, dann könnte bei überzeugenden Ergebnissen ein mittlerer dreistelliger Unternehmenswert angemessen sein. Doch diese Mittel hat die Gesellschaft aktuell nicht, insofern sollte man sich hier keiner Träumerei hingeben.

Zum Verkauf steht auch Ihr 10-Prozent-Anteil an der Heliocentris Energy Solutions AG. Nach den beiden im November vermeldeten Großaufträgen ist es zuletzt ruhig um den Spezialisten für Energieeffizienz- und autonome Stromversorgungslösungen geworden. Welche Erwartungen haben Sie an Heliocentris im laufenden Jahr?

Bei Heliocentris wird sich unserer Meinung nach in den kommenden Monaten unheimlich viel tun, überall entstehen großartige neue Marktchancen oder potenzielle Partnerschaften. Wir rechnen mit einem äußerst dynamischen Wachstum in den kommenden Jahren, verfolgen die Entwicklung aber mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Denn aufgrund unserer strategischen Fokussierung müssen wir bald aussteigen, würden aber eigentlich gerne noch einige Jahre investiert bleiben.

Zum 30.09. verfügte bmp über liquide Mittel von 5,6 Millionen Euro. Wie stellt sich die finanzielle Situation aktuell dar und wie sieht Ihre weitere Investitionsstrategie aus?

Man darf davon ausgehen, dass sich bis zum Jahresende keine großen Veränderungen bei unserer Liquidität ergeben haben. Investitionsseitig wollen wir in 2012 um die fünf bis sieben Neuinvestments in herausragende Unternehmen aus dem Bereich Medien & Marketing Services tätigen. Aufgrund unseres exzellenten Deal Flows dürfte uns das auch gelingen.

Könnten Sie uns einen Einblick in die bmp-Aktionärsstruktur geben? Haben Sie einen Überblick, wie viele Aktien in polnischer Hand sind?

Mit einem Anteil von knapp 18 Prozent bin ich nach wie vor der größte Einzelaktionär, gefolgt von Roland Berger Strategy Consultants mit etwas über 8 Prozent. Nach unserem letzten Kenntnisstand liegt rund ein Drittel unserer Aktien in polnischen Depots.

In einem früheren Interview haben Sie angekündigt, den Börsenwert der bmp media investors bis 2015 auf 100 Millionen Euro steigern zu wollen. Welches sind die nächsten Schritte in Ihrem Wachstumsszenario?

Wir müssen bis 2015 auf eine Marktkapitalisierung von über 100 Mio. Euro kommen, ansonsten macht unsere Notiz im Prime Standard keinerlei Sinn. Somit hat sich am Ziel nichts geändert.

Für 2012 haben wir uns einige Neuinvestments vorgenommen, die den Schwerpunkt unseres Portfolios noch deutlicher auf den Bereich Medien & Marketing Services verschieben. Parallel wollen wir möglichst 1-2 Unternehmen aus unserem Technologieportfolio verkaufen, zu dem aktuell noch vier Unternehmen zählen. Und insgesamt natürlich profitabel arbeiten. Sollte es der Börsenkurs zulassen, können wir uns durchaus analog zur Akquisition von brand eins in 2011 ein weiteres Engagement gegen Ausgabe von bmp-Aktien vorstellen, um die Marktkapitalisierung weiter zu steigern.

Herr Borrmann, vielen Dank für das Interview.

Charttechnik liefert Kaufsignal

Die Revotar-Finanzierung steht, jetzt gilt der Blick wieder dem bmp-Portfolio. Und das enthält neben den drei Schwergewichten Revotar, der börsennotierten Heliocentris AG und dem Verlagshaus Brand Eins elf weitere aussichtsreiche Beteiligungen. Auch charttechnisch hat die Aktie die Trendwende geschafft. Nach dem Bruch des mittelfristigen Abwärtstrends liegt das nächste Trading-Ziel beim Net-Asset-Value, der zum 30.09.2011 bei 0,99 Euro lag. Bis Jahresende sollte die Aktie die 1-Euro-Marke wieder deutlich hinter sich lassen. Ein Stopp bei 0,55 Euro sichert die Spekulation ab.

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