DAX
- Jochen Kauper - Redakteur

"Stürmischer Herbst in Sicht"

Für tradingaffine Anleger haben das aktuelle Umfeld sowie der „politische Kalender“ einiges zu bieten. Geht es nach Kourosh Khanloo von FXCM Deutschland, können Käufer von Hebelprodukten auf Aktienindizes oder Devisen bei geschicktem Timing bis Jahresende durchaus auf ihre Kosten kommen. Gleichzeitig bieten sich aber auch Absicherungsstrategien an.

Verfall der türkischen Lira
Die unruhigen Zeiten an den Börsen haben längst begonnen. Der Verfall der türkischen Lira hat gleich eine ganze Reihe von Währungen mit nach unten gezogen. Auch die europäischen Aktienmärkte sind deutlich volatiler geworden. "Dabei könnten die jüngsten Kursbewegungen nur die Vorboten äußerst turbulenter Monate sein. Markante Entwicklungen bei den verschiedenen Handelsstreitigkeiten zwischen Trump und großen Teilen der restlichen Welt dürften zu erheblichen Sprüngen in die eine oder andere Richtung führen. Auch die Kongresswahlen in den USA am 6. November und der bevorstehende Brexit im März 2019 werfen ihre Schatten immer stärker voraus. Ab Anfang November will die US-Regierung zudem die iranische Ölindustrie mit Sanktionen belegen, wodurch sich auch beim „Schwarzen Gold“ die Preisausschläge erhöhen könnten. Auch der Atomstreit mit Nordkorea kann jederzeit wieder aufflammen", sagt Kourosh Khanloo, Geschäftsführer von FXCM Deutschland.

Anstieg der Volatilität
Erfahrenen Aktien- und FX-Tradern kommen derartige Ereignisse und Entwicklungen sicherlich gelegen. "Schließlich verspricht der mit ihnen verbundene Volatilitätsanstieg starke Kursbewegungen und damit Opportunitäten. Dies gilt sowohl für die großen Aktienindizes als auch für die Hauptwährungspaare, wie etwa EUR/USD, und erst recht für die verschiedenen „Minors“ und „Exotics“. Besonders hervorzuheben sind hier aktuell unter anderem die türkische Lira (TRY), der südafrikanische Rand (ZAR) und der chinesische Yuan (CNH), die sich gegen den US-Dollar und teilweise auch direkt gegen den Euro handeln lassen. Die laufenden Brexit-Verhandlungen dürften sich dagegen insbesondere auf die Entwicklung des britischen Pfundes gegenüber Euro und US-Dollar auswirken", sagt Kourosh Khanloo.

Absicherung der Aktienbestände
"Mit Differenzkontrakten (CFDs) können Trader auf Kursbewegungen der entsprechenden Basiswerte spekulieren. Sie können aber auch wirkungsvoll zur kostengünstigen Absicherung von Aktienbeständen eingesetzt werden. So kann die Absicherung eines Portfolios aus deutschen Standardwerten über den Leerverkauf von GER30-CFDs erfolgen. Soll etwa ein Depot mit deutschen Blue Chips im Wert von ca. 50.000 Euro mehr oder weniger vollständig abgesichert werden, muss der Betrag lediglich durch den aktuellen DAX-Stand geteilt werden, um damit die erforderliche Anzahl an Short-CFDs zu ermitteln. Bei einem aktuellen Indexstand zwischen 12.000 und 13.000 Punkten müssten somit genau vier GER30-CFDs leerverkauft werden. Diese Gegenposition steigt dann stets im annähernd selben Umfang an, in dem die Anlageposition – im Beispiel also das besagte Aktiendepot – an Wert verliert und umgekehrt. Der benötigte Kapitaleinsatz (Margin) für den Hedge mit 2.800 Euro fällt hier verhältnismäßig überschaubar aus. Zur feineren Justierung eignen sich auch Micro-CFDs, mit denen Positionen mit weniger Kapitaleinsatz in kleineren Schritten abgesichert werden können.  Bei in ausländischen Währungen denominierten Werten ist zusätzlich auch eine Absicherung gegen Währungsrisiken mit CFDs möglich. Dazu wird der Gegenwert der Position in der jeweiligen Währung verkauft und dafür Euro erworben. Somit bieten sich vielfältige Einsatzmöglichkeiten für Anleger", lautet die Einschätzung von Kourosh Khanloo von FXCM Deutschland.

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