TERCICA INC. DL-,001
- DER AKTIONÄR

"Riesen"-Gewinne?

Die wenigsten kennen Richard Kiel unter diesem Namen. Vielmehr ist er unter seinem Rollennamen „Beißer“ bekannt, unter dem er in den 1970er-Jahren in zwei James-Bond-Abenteuern dem von Roger Moore gespielten britischen Spion das Leben schwer machte. Kiels auffallendstes Merkmal neben seinem Stahlgebiss: seine gigantische Körpergröße von 2,20 Metern.

Die mögliche Zulassung eines Mittels gegen Gigantismus verleiht der Tercica-Aktie Fantasie. Ein spektakulärer Deal mit Genentech hat die Anleger schon auf den Plan gerufen.

Die wenigsten kennen Richard Kiel unter diesem Namen. Vielmehr ist er unter seinem Rollennamen „Beißer“ bekannt, unter dem er in den 1970er-Jahren in zwei James-Bond-Abenteuern dem von Roger Moore gespielten britischen Spion das Leben schwer machte. Kiels auffallendstes Merkmal neben seinem Stahlgebiss: seine gigantische Körpergröße von 2,20 Metern. Seine außergewöhnliche Statur „verdankt“ Kiel einer Krankheit namens Acromegalie. Die Erkrankung, auch Gigantismus oder Riesenwuchs genannt, wird durch einen meist gutartigen Tumor in der Hirnanhangdrüse ausgelöst. Offensichtliche Symptome sind extreme Vergrößerungen der Hände, Füße und des Gesichts sowie exzessives Schwitzen. Im fortgeschrittenen Stadium zeigen viele Betroffene ein Äußeres, das an Steinzeitmenschen erinnert.

Entscheidung naht

In vielen Fällen kann der Tumor nicht entfernt werden. Dann hilft nur noch die medikamentöse Behandlung. Etwa mit der von der US-Firma Tercica entwickelten Arznei Lanreotide. Das Mittel, das die Ausschüttung von Wachstumshormonen unterdrückt, wird bereits in Europa und seit Sommer letzten Jahres auch in Kanada unter dem Namen Somatuline Autogel verkauft. Für die USA, den wichtigsten Pharma-Markt der Welt, steht eine Zulassungsentscheidung der dortigen Gesundheitsbehörde FDA noch aus. Sie wird für den 30. August erwartet. Nach Increlex, einem Mittel zur Behandlung von Wachstumsstörungen bei Kindern, wäre Lanreotide das zweite Produkt, das Tercica auf dem Heimatmarkt lancieren kann.

Deal mit Genentech

Der Aktienkurs von Tercica war jüngst bereits angesprungen, nachdem das Unternehmen eine Partnerschaft mit dem Biotech-Riesen Genentech gemeldet hatte, der rund 53 Millionen Dollar in die Kasse spülen soll. Kooperieren wollen die Firmen bei Medikamenten zur Behandlung von hormonbedingten Wachstumsstörungen bei Kindern. Die Hoffnungen liegen darauf, dass eine Kombinationstherapie aus Tercicas Increlex und Genentechs Arznei Nutropin die Zulassung erhält. Erste Versuche an Tieren waren erfolgreich, Anfang 2008 will man mit klinischen Tests beginnen.

Mitspekulieren

Viele Marktteilnehmer dürften im Vorfeld des FDA-Entscheids auf ein positives Votum der Behörde spekulieren. Risikobereite aktionärs-Leser sollten mit einer kleinen Position mitspekulieren. Der jüngste Deal mit dem Biotech- Riesen Genentech zeigt, dass das Papier auch mittel- bis langfristig Potenzial hat.

Kursziel bei Tercica: 8,00 Euro. Stopp: 3,50 Euro.

Erschienen in DER AKTIONÄR Ausgabe 30/2007.

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