H&R Wasag
- DER AKTIONÄR

"Raffiniertes" Projekt

H&R Wasag-Chef Dr. Horst Hollstein bleibt seiner erfolgreichen Expansionsstrategie treu. Nach dem Verkauf der Sprengstoffsparte hat der Spezialchemiekonzern vom Mineralölkonzern ExxonMobil eine Anlage zur Produktion von Wachsemulsionen für den gesamten asiatischen Raum übernommen, um im Rahmen der Expansionsinitiative „Projekt 40“ die Raffineriekapazitäten und die Präsenz im wachstumsstarken asiatischen Markt weiter auszubauen.

Dank des Expansionsplans „Projekt 40“ könnte beim Chemiespezialisten H&R Wasag 2008 und 2009 ein Gewinnsprung anstehen. Die Börse hat dies noch nicht realisiert.

H&R Wasag-Chef Dr. Horst Hollstein bleibt seiner erfolgreichen Expansionsstrategie treu. Nach dem Verkauf der Sprengstoffsparte hat der Spezialchemiekonzern vom Mineralölkonzern ExxonMobil eine Anlage zur Produktion von Wachsemulsionen für den gesamten asiatischen Raum übernommen, um im Rahmen der Expansionsinitiative „Projekt 40“ die Raffineriekapazitäten und die Präsenz im wachstumsstarken asiatischen Markt weiter auszubauen.

Vor Gewinnsprung

Der Kapazitätsausbau soll H&R Wasag auf den erwarteten Nachfrageschub für kennzeichnungsfreie Weichmacher vorbereiten. Diese werden vor allem in Autoreifen eingesetzt und sind ab 2008 zunächst in Asien und ab 2009 weltweit Pflicht. Der Expansionsdrang der Hamburger könnte daher 2008 und 2009 in einem Gewinnsprung münden. Nachdem das Vorsteuerergebnis im laufenden Jahr bei schätzungsweise 65 Millionen Euro liegen dürfte, rechnet DER AKTIONÄR bis 2009 mit einem Anstieg auf rund 100 Millionen Euro. Wie Hollstein im Gespräch mit dem AKTIONÄR verriet, soll im Anschluss an „Projekt 40“ ein weiteres Effizienzprogramm starten, welches das Raffinerieergebnis nochmals deutlich verbessern soll.

Hohe Reserven

Zudem könnte sich laut dem Unternehmensstrategen auch ein Besuch der Hauptversammlung am 19. Juli in Hamburg lohnen, wo Hollstein die Analysten und Anleger von den neuen Ertragsaussichten auf einige weniger bekannte Highlights aufmerksam machen will. So schlummern in den Büchern noch einige Reserven: Die Quarzsandbestände, die aus dem Verkauf der Sprengstoffsparte „übrig“ geblieben sind, ermöglichen zum Beispiel die Produktion von hochwertigen Glassorten, was die ohnehin starke Gewinnentwicklung zusätzlich „versüßt“. Zudem stehen die Raffinerien in Hamburg und in Salzbergen zu Buchwerten in der Bilanz, die nicht einmal 20 Prozent des Neuanschaffungspreises betragen. Ein weiterer „bilanzieller“ Pluspunkt: Der Erlös aus dem Verkauf des Sprengstoffgeschäfts kann zur Schuldentilgung herangezogen werden, wodurch die Nettoverschuldung von 70 Millionen Euro Ende des ersten Quartals auf circa 12 Millionen Euro sinken dürfte.

Altes Hoch im Visier

Angesichts der guten Gewinnperspektiven dürfte die Aktie mittelfristig wieder die alten Höchstkurse bei 53 Euro ins Visier nehmen. Auf Basis der Aktionärsschätzung für 2009 ist die Aktie mit einem KGV von 11 günstig bewertet. Anleger sollten zugreifen, bevor Vorstandschef Hollstein im Rahmen der Hauptversammlung möglicherweise neue Prognosen aus dem Hut zaubert.

Kursziel bei H&R: 55,00 Euro. Stopp: 25,00 Euro.

Erschienen in DER AKTIONÄR Ausgabe 27/2007.

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