- DER AKTIONÄR

"Pionier" im Wachstumsmarkt

Dass sich mit Raps viel Geld verdienen lässt, zeigt Burcon Nutrascience. Das Unternehmen steht vor der Eroberung eines Milliardenmarktes und vor dem Aufstieg zum Global Player in der Proteinindustrie.

Dass sich mit Raps viel Geld verdienen lässt, zeigt Burcon Nutrascience. Das Unternehmen steht vor der Eroberung eines Milliardenmarktes und vor dem Aufstieg zum Global Player in der Proteinindustrie.

Von Olaf Hordenbach

Das kanadische Unternehmen Burcon Nutrascience wurde in der Aktionärs-Ausgabe 9/04 empfohlen. Der Aktienkurs hat sich, nach einem zwischenzeitlichen "Durchhänger", zuletzt wieder deutlich erholen können und notiert nun wieder im Bereich des ehemaligen Empfehlungskurses.

Zugang zum globalen Markt

Burcon hat eine Technologie entwickelt, mit der sich aus der Nutzpflanze Raps Proteine extrahieren lassen, die in der Nahrungsmittelindustrie zum Einsatz kommen sollen. Jährlich werden in den Industrieländern rund 20 Milliarden Dollar mit nahrungsmitteltauglichen Proteinen umgesetzt. Die von Burcon aus Raps gewonnenen Proteine sind besonders vielseitig einsetzbar und im Vergleich zu tierischen Proteinen sehr kostengünstig herzustellen. Dies hat auch der Agrarkonzern Archer Daniels Midland, einer der größten Rapsverarbeiter weltweit, erkannt und 2003 eine Kooperation mit Burcon abgeschlossen. Archer beliefert Unternehmen wie Nestlé, Unilever, Kraft und Coca-Cola mit Produkten, die zur Herstellung von Speisen und Getränken benötigt werden. Durch den Vertrag mit Archer hat Burcon nun Zugang zum globalen Nahrungsmittelmarkt. Für Archer wiederum bedeutet der Vertrag eine zusätzliche Einnahmequelle, da der Ausgangsstoff für die Proteingewinnung, der Pressrückstand, der bei der Verarbeitung von Raps zu Öl anfällt, ohnehin in großen Mengen zurückbleibt. Dieser wurde bisher meistens zu billigem Tierfutter verarbeitet. Er kann nun in ein hochpreisiges Produkt verwandelt werden.

Zehn Prozent gehören Burcon

Bevor die Rapsproteine aus dem Hause Burcon vermarktet werden dürfen, müssen sie jedoch eine Reihe von Tests durchlaufen. Und hier gab es vorübergehend einige Konfusionen, da nicht klar war, ob die Proteine den von Archer geforderten Reinheitsgrad besitzen. Dies war auch der Grund für die vorübergehende Kursschwäche der Burcon-Aktien. Doch diese Frage ist nun vom Tisch, die Rapsproteine erfüllen alle Anforderungen. Archer wird nun mit dem Aufbau der Produktionsstätten beginnen. Burcon rechnet damit, dass Archer 2008 rund 200 Millionen Dollar Umsatz mit den Rapsproteinen erzielen wird. Davon werden zehn Prozent als Lizenz an Burcon fließen. Mittelfristig dürfte Archer einen Jahresumsatz von über einer Milliarde Dollar mit den Rapsproteinen erreichen.

Global Player kaufen

Nach einer längeren Durststrecke wird Burcon nun die Früchte seiner Arbeit ernten. Mit Archer Daniels Midlands an der Seite werden die Kanadier zum Global Player in der Proteinindustrie aufsteigen. Die Aktie ist ein Kauf.

Artikel aus DER AKTIONÄR 48/05

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