Deutsche Beteiligungs
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"Gut Ding ..."

Die DBAG hat derzeit ein Problem: Die Gesellschaft schwimmt im Geld. Ein Problem? Nun, während Cash derzeit gerade einmal drei bis vier Prozent Rendite abwirft, liegen nach Einschätzung der Analysten die Eigenkapitalkosten der DBAG bei etwa acht Prozent. Umso größer ist dadurch der Druck auf das Management, bei den bestehenden Beteiligungen eine hohe Rendite zu erzielen.

Die Private-Equity-Gesellschaft Deutsche Beteiligungs AG steht derzeit vor der schwierigen Aufgabe, den hohen Cashbestand sinnvoll zu investieren.

Die Deutsche Beteiligungs AG (DBAG) hat derzeit ein Problem: Die Gesellschaft schwimmt im Geld. Ein Problem? Nun, während Cash derzeit gerade einmal drei bis vier Prozent Rendite abwirft, liegen nach Einschätzung der Analysten die Eigenkapitalkosten der DBAG bei etwa acht Prozent. Umso größer ist dadurch der Druck auf das Management, bei den bestehenden Unternehmensbeteiligungen eine hohe Rendite zu erzielen.

Erfolgreiches IPO

Als „sehr erfolgreiches Investment“ bezeichnet Vorstandssprecher Wilken Freiherr von Hodenberg das Engagement bei der Bauer AG, die jüngst an die Börse gebracht wurde. Bezogen auf den Investitionszeitraum von zehn Jahren erwirtschaftete die DBAG eine Rendite zwischen 13 und 14 Prozent. Zwar reflektiere der Ausgabepreis für die Bauer-Aktie den vollen Wert des Unternehmens nicht, doch müsse man bei einem so komplexen Vorgang wie einem Börsengang ein gewisses Maß an Kompromissbereitschaft mitbringen, so von Hodenberg. Insgesamt verdiente die Gesellschaft allein mit dem Bauer-Deal rund 70 Millionen Euro vor Steuern. Der Konzernüberschuss nach den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2005/06 (31.10.) wird deshalb nicht unter 60 Millionen Euro liegen und damit den Vorjahreswert (41,5 Millionen Euro) um rund 50 Prozent übertreffen. Der Cashbestand erhöht sich in Folge der Transaktion um fast 100 Millionen auf über 160 Millionen Euro und deckt mittlerweile mehr als die Hälfte der aktuellen Marktkapitalisierung ab.

Aktienrückkauf zum NAV

Um einerseits die Finanzierungsstruktur zu verbessern und um andererseits eine „Zwischendividende“ auszuschütten, hat sich das Management für ein Aktienrückkaufprogramm entschieden. Allen Aktionären bietet die DBAG an, von ihnen bis zu 1,68 Millionen Aktien für 17,55 Euro das Stück zu erwerben. Der Preis entspricht damit exakt dem Buchwert oder Net Asset Value (NAV) je Aktie per 31. Juli und liegt nach wie vor über dem aktuellen Niveau. Nach Aussage des Vorstandssprechers arbeite man an einer Anzahl von Investitionsmöglichkeiten. Nur weil das Unternehmen finanziell auf Rosen gebettet ist, werde es aber keine Schnellschüsse geben. „Gut Ding will Weile haben“, so der DBAG-Chef. Voraussetzung sei, dass Qualität und Preis stimmen. Und gerade die Preise für Unternehmensbeteiligungen sind in den letzten Monaten deutlich gestiegen.

Für geduldige Anleger

Während das aktuelle Marktumfeld die Kursfantasie in Grenzen hält, sichert das laufende Rückkaufangebot die DBAG-Aktie gut nach unten ab. Im Anschluss an die Annahmefrist, die am 14. August endet, könnte der Aktienkurs allerdings kurzfristig unter Druck geraten. Auf lange Sicht bleibt die DBAG ein interessantes Investment. Die Qualität der Beteiligungen, der Track Record des Managements und die günstige Bewertung sprechen für sich.

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| Werner Sperber | 0 Kommentare

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