- Jochen Kauper - Redakteur

„Goldhausse wird langfristig weitergehen“

Die Schuldenkrise in Amerika sowie in Europa treibt den Goldpreis weiter nach oben. Der Finanzexperte Claus Vogt rät, jede Korrektur beim Goldpreis für Zukäufe zu nutzen.

Im Hintergrundgespräch mit dem AKTIONÄR erklärt Claus Vogt, wie er die aktuelle Entwicklung an den Finanzmärkten bewertet und worauf sich Anleger in den kommenden Wochen und Monaten einstellen müssen.

DER AKTIONÄR: Zuletzt hat Deutsche Bank-Chef Josef Ackermann Öl ins Feuer gegossen. Ackermann meinte, dass viele Banken nur noch durch eine „kreative Buchführung" geschäftsfähig sind. „Müssten die Institute ihre Anleihebestände mit Marktpreisen bewerten, dann wären diese pleite", so Ackermann. Wie bewerten Sie diese Aussage?

Claus Vogt: Ich befürchte sehr, dass Herr Ackermann an diesem Punkt recht hat. Ich selbst habe solche Aussagen in der jüngeren Vergangenheit oft getroffen. Ich sehe darin ein Zeichen dafür, dass die Situation wirklich sehr dramatisch ist

Wie lautet Ihr Szenario für die nächsten Monate - wie wird es in den USA und in Europa weiter gehen?

Claus Vogt: Die Rezession wird sich wahrscheinlich weltweit entfalten. Wieweit die Emerging Markets dem entgehen können, sei dahin gestellt. Auch in China könnte er aufgrund des gewaltigen Kreditbooms der vergangenen Jahre negative Überraschungen geben. Die unangenehmen Folgen einer Weltwirtschaftsabschwächung werden die von der Staatpleite bedrohten Länder zusätzlich unter Druck setzen. An den Aktienmärkten werden wir noch einige Zeit unangenehme Entwicklungen sehen.

In Anbetracht der Schuldenorgien, wie schätzen sie den Goldpreis ein?

Claus Vogt: Prinzipiell halte ich seit Jahren an meiner Aussage fest: Solange die unseriöse Geld und Schuldenpolitik anhält, wird auch die langfristige Goldhausse weiter gehen. Es ist einfach die logische Konsequenz. Es ist nichts anderes als die vollkommen rationale Antwort der Anleger, um sich vor den traurigen Folgen einer völlig unseriösen Geld- und Schuldenpolitik zu schützen. Ich rate noch immer dazu, jede Korrektur, die durchaus auch mal 20 Prozent nach unten gehen kann, für Käufe zu nutzen. Wer noch gar nicht dabei ist, der sollte auch auf diesem hohen Niveau einen Fuß in die Tür stellen.

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