Sky
- Nikolas Kessler - Redakteur

„Fortgeschrittene Gespräche“: Sky will Mediaset-Tochter übernehmen

Das Übernahmekarussell in der Medienbranche dreht sich weiter: Laut einem Bericht der italienischen Zeitung Il Sole 24 Ore will der britische Pay-TV-Konzern Sky die Bezahlfernseh-Tochter „Premium“ von Mediaset übernehmen. Die Verhandlungen befänden sich in einem fortgeschrittenen Stadium. Bestätigen wollten die beiden Konzerne die Meldung bislang aber nicht.

Bereits im vergangenen November waren Gerüchte aufgekommen, dass Sky an Mediaset „Premium“ interessiert wäre. Streitpunkt sei damals laut Insidern jedoch der Preis gewesen. Mittlerweile scheint es in diesem Punkt jedoch eine Annäherung gegeben zu haben.

Analysten von Exane BNP äußerten sich positiv. Beide Unternehmen würden unter der gegenseitigen Konkurrenz leiden und könnten von einer Konsolidierung im italienischen Pay-TV profitieren. Auch der Zeitpunkt sei ideal – in diesem Jahr steht die Vergabe der Übertragungsrechte für die Champions League und die Serie A an. Allerdings sei vor allem wegen der Fußball-Übertragungsrechte auch mit einer harten Prüfung durch die Wettbewerbshüter zu rechnen.

Deal mit Vivendi geplatzt

„Premium“ steht bereits seit längerem zum Verkauf. Ein Verkauf des Pay-TV-Senders an den französischen Medienkonzern Vivendi war im vergangenen Jahr geplatzt. Die Franzosen hatten in letzter Minute Bedenken hinsichtlich der Bewertung bekommen und wollten den Deal nachverhandeln. Daraufhin kam es zum Streit zwischen Vivendi und Mediaset.

Mediaset im Aufwind

Für Mediaset wäre der Verkauf der defizitären Pay-TV-Sparte auch bei einem vergleichsweise niedrigen Preis ein Segen – entsprechend kann die Aktie vor dem Wochenende deutlich zulegen.

Auch Sky könnte seine Position auf dem wichtigen italienischen Markt durch den Deal weiter stärken, die Sky-Aktie notiert jedoch nahezu unverändert. Nachdem sie infolge eines Übernahmeangebotes von 21st Century Fox im Dezember um rund 30 Prozent nach oben geschossen war, pendelt der Kurs im Bereich der 10-Pfund-Marke seitwärts.

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