Sangamo Bioscienes
- DER AKTIONÄR

„Fingerfertige“ Kalifornier

Ein Liebling der Biotechanleger in den letzten Wochen ist Sangamo Biosciences. Die Firma mit Sitz in Richmond, Kalifornien, hat die sogenannte „Zinkfinger-Technologie“ entwickelt, ein neuartiges Verfahren, das in Konkurrenz zu der mit dem Nobelpreis ausgezeichneten RNA-Interferenz (RNAi) steht.

Die Bezeichnung „Zinkfinger“ mag vielleicht etwas merkwürdig klingen. Dahinter steckt jedoch ein völlig neues Verfahren zur Genregulierung mit großem Potenzial.

Ein Liebling der Biotechanleger in den letzten Wochen ist Sangamo Biosciences. Die Firma mit Sitz in Richmond, Kalifornien, hat die sogenannte „Zinkfinger-Technologie“ entwickelt, ein neuartiges Verfahren, das in Konkurrenz zu der mit dem Nobelpreis ausgezeichneten RNA-Interferenz (RNAi) steht. Der ausführliche Name der Innovation lautet „zinc finger DNA-binding proteins“, kurz ZFPs. Das sind Proteine, die spezielle DNA-Sequenzen abtasten, erkennen, binden und somit Einfluss auf das jeweilige Gen nehmen.

Vielfältige Einsatzmöglichkeiten

Der große Vorteil dieser Technologie gegenüber der RNAi besteht darin, Gene nicht nur ab-, sondern auch anschalten zu können. In der Praxis bieten sich nun diverse Verwendungsmöglichkeiten. So meldete Sangamo erst im September erfolgreiche Testergebnisse an Tieren, die mit HIV infiziert wurden. Mithilfe der Zinkfinger-Technologie konnten dabei menschliche T-Zellen so modifiziert werden, dass sie in den Versuchstieren resistent gegen das Virus waren und überlebten. Derzeit wird die ZFPs-Technologie auch noch bei anderen Indikationen wie Nervenleiden oder Krebs getestet, weitere sind noch in Planung. Bis Ende des Jahres will Sangamo in drei Indikationen die klinische Phase II erreicht haben.

Fokus auf Kollaborationen

Um das Marktpotenzial von zukünftigen auf der Zinkfingertechnologie basierenden Produkten bestmöglichst ausschöpfen zu können, setzt Vorstandschef Edward Lanphier auf die Hilfe von Partnern. Erst im Sommer wurde eine Kooperation mit Sigma-Aldrich abgeschlossen, wodurch Sangamo eine Anfangszahlung in Höhe von 13,5 Millionen Dollar erhielt. Zusätzlich beteiligte sich Sigma-Aldrich mit einer Million Aktien an den Kaliforniern. Werden zuvor festgelegte Meilensteine in der klinischen Forschung erreicht, winken Sangamo zudem weitere Geldströme, an späteren Produktumsätzen wäre man ebenfalls prozentual beteiligt. Weitere Partner sind derzeit Amgen, Johnson & Johnson sowie Novartis.

Fazit

Auch wenn sich die ZFPs-Technologie in weiteren klinischen Studien am Menschen erst noch beweisen muss, gehört Sangamo Biosciences aktuell mit zu den interessantesten Aktien im Biotech-Sektor. Charttechnisch hat sich der Aufwärtstrend des Papiers in den letzten Wochen verschärft, spekulative Anleger kaufen bei temporärer Schwäche.

Erschienen in DER AKTIONÄR Ausgabe 45/2007.

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