H&R Wasag
- DER AKTIONÄR

"Enorme Chancen"

Nach einer Ergebnisverdopplung im Vorjahr steht H&R Wasag 2006 vor einem erneuten Gewinnsprung. Im Gespräch mit dem AKTIONÄR zeigt sich Vorstandssprecher Dr. Horst Hollstein zuversichtlich, dass er die Erwartungen seiner Aktionäre erfüllen kann.

Nach einer Ergebnisverdopplung im Vorjahr steht H&R Wasag 2006 vor einem erneuten Gewinnsprung. Im Gespräch mit dem AKTIONÄR zeigt sich Vorstandssprecher Dr. Horst Hollstein zuversichtlich, dass er die Erwartungen seiner Aktionäre erfüllen kann.

DER AKTIONÄR: Das erste Quartal 2006 verlief überaus erfolgreich. Was können Ihre Aktionäre für das Gesamtjahr erwarten?

Dr. Horst Hollstein: Wir wissen, dass wir mit dem Erfolg im letzten Jahr die Messlatte hoch gehängt haben. Wenn wir in dem katastrophalen Umfeld 2005 eine Ergebnisverdoppelung erreichen, dann erwarten unsere Aktionäre in einem ruhigen Umfeld natürlich einen weiteren Ergebnisschub. Ich denke, dass wir diese Erwartungshaltung 2006 erfüllen werden.

Zumindest im Laufe des ersten Quartals haben wir die Chancen der stabilen und ausgeglichenen Ölpreisentwicklung voll genutzt. Wir haben das Vorsteuerergebnis auf 15,3 Millionen Euro mehr als verdreifacht. Das im ersten Quartal erwirtschaftete Ergebnis je Aktie liegt mit 0,45 Euro nahezu auf dem Niveau des im gesamten Geschäftsjahr 2005 erzielten Ergebnisses von 0,55 Euro je Aktie.

Demnach dürfen sich Ihre Aktionäre auch im Gesamtjahr auf einen erneuten Gewinnsprung freuen?

Für das Geschäftsjahr 2006 erwarten wir einen Anstieg des Vorsteuerergebnisses je Aktie von 0,55 Euro auf wenigstens 0,98 Euro. Dabei soll der Umsatz auf über 700 Millionen Euro steigen, was einem Zuwachs von knapp zehn Prozent entspräche. Trotz des sehr guten ersten Quartals halten wir an unserer ursprünglichen Prognose fest.

Haben Sie den erneuten Ölpreisanstieg vom ersten Quartal bereits weitergeben können?

Im ersten Quartal hat sich erfreulich stabil entwickelt, so dass alle Anbieter von rohölbasierten Spezialitäten Zeit hatten, die Preise an das gestiegene Rohstoffpreisniveau anzupassen. Wie wir haben die meisten anderen Produzenten auch Preisfixierungen mit Kunden von bis zu drei Monaten. Daher bedarf es einfach einiger Wochen, um die deutlich gestiegenen Rohstoffpreise in den Verkaufspreisen abzubilden.

In der Europäischen Sprengstoffwirtschaft wird eine gravierende Umorientierung erwartet. Welche Rolle spielen Sie hier, wenn die Karten neu gemischt werden?

Wir sind als einer der Marktführer in Europa einer der wesentlichen Markteilnehmer und wir wollen eine Schlüsselrolle bei der Neuorganisation des Marktes spielen. Es gibt verschiedene Gedankenspiele hierzu, die wir natürlich in alle Richtungen verfolgen, um die beste Lösung für unsere Explosivstoffaktivitäten und unsere Aktionäre zu erarbeiten. Ich denke aber, dass sich im Laufe der kommenden Monate konkrete Projekte abzeichnen werden.

In welchen Regionen sehen sie für den H&R-Konzern das größte Wachstumspotenzial?

Ein wichtiger Motor der zukünftigen Entwicklung ist sicherlich das Übersee-Geschäft. Hier sehen wir noch enorme Entwicklungschancen, sowohl organisch als auch durch Übernahmen. In den letzten zwei Jahren konnten wir unsere Aktivitäten in den Regionen Asien, Südafrika und Australien deutlich ausbauen und dieser Trend setzt sich auch 2006 fort. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum konnten wir im ersten Quartal in diesen Regionen den Umsatz um 50 Prozent steigern.

Fazit: Fundamental top

Obwohl die H&R-Aktie nach dem Bruch der Unterstützung bei 20 Euro im Trading-Musterdepot ausgestoppt wurde, hält DER AKTIONÄR seine Kaufempfehlung aus Ausgabe 03/2006 aufrecht. Mit einem 2007er-KGV von 13 - nach optimistischeren Schätzungen der HVB liegt es sogar nur bei 12 - verfügt der SDax-Wert über weiteres Kurspotenzial. Prozyklische Anleger warten zunächst ab, bis die 20-Euro-Marke zurückerobert wird.

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