Elan Corp. PLC
- DER AKTIONÄR

"Elan" ins Depot

Die Aktie des irischen Pharmaunternehmens Elan hat an der Börse in den letzten Monaten eine bemerkenswerte Renaissance erlebt. Allein seit Jahresbeginn hat das Papier 60 Prozent an Wert gewonnen. Für den jüngsten Aufschwung gibt es mehrere gute Gründe. Einer davon ist die allmähliche Rückkehr eines Medikamentes, das auch von einigen Fachleuten bereits abgeschrieben war.

Die Aktie der irischen Pharmafirma Elan feiert ein starkes Comeback. Die Rückkehr einer schon fast abgeschriebenen Arznei sorgt für Fantasie.

Die Aktie des irischen Pharmaunternehmens Elan hat an der Börse in den letzten Monaten eine bemerkenswerte Renaissance erlebt. Allein seit Jahresbeginn hat das Papier 60 Prozent an Wert gewonnen. Für den jüngsten Aufschwung gibt es mehrere gute Gründe. Einer davon ist die allmähliche Rückkehr eines Medikamentes, das auch von einigen Fachleuten bereits abgeschrieben war.

Tysabris Rückkehr

Das Medikament Tysabri hat Elan gemeinsam mit dem US-Biotech-Konzern Biogen Idec entwickelt. Schon vor der Zulassung war die Arznei gegen Multiple Sklerose (MS) von den Analysten als potenzielles Multi-Milliarden-Dollar- Produkt gefeiert worden. Doch dann der Schock: Ende Februar 2005 wurde Tysabri vom Markt genommen, weil drei behandelte Patienten an der seltenen Viruserkrankung des Gehirns, PML, gestorben waren. Inzwischen ist das Präparat sowohl in den USA als auch in Europa wieder im Verkauf, wenn auch unter strengen Auflagen. So darf es zum Beispiel nur unter Einhaltung eines besonderen Risikomanagement- Plans angewendet werden. Seit der erneuten Einführung im Sommer 2006 sind keine weiteren Fälle von PML bekannt geworden, obwohl mittlerweile mehr als 10.000 Menschen mit Tysabri behandelt wurden. Zudem haben die Unternehmen eine klinische Studie der Phase III mit Tysabri zur Behandlung der chronischentzündlichen Magen-Darm-Erkrankung Morbus Crohn erfolgreich abgeschlossen. Am 15. Oktober wird die USGesundheitsbehörde FDA über eine Zulassung entscheiden. Aber schon vorher wird es spannend: Am 31. Juli gibt ein Expertengremium der Behörde eine Empfehlung ab. In der Regel folgt die FDA dem Rat ihrer Experten.

Weiterer Trumpf

Auch über Tysabri hinaus hat Elan in den letzten Jahren seine Entwicklungspipeline sukzessiv ausgebaut. Besonders interessant ist ein potenzielles Mittel gegen Alzheimer, das Elan in Kooperation mit Wyeth entwickelt. Nach sehr guten Ergebnissen in der zweiten Phase klinischer Studien haben die Unternehmen bereits den Start von finalen Phase-III-Tests angekündigt. Unter Analysten kursieren jedoch Gerüchte, nach denen das bisher vorliegende Datenmaterial so gut sein soll, dass die Unternehmen schon auf dieser Basis eine Zulassung beantragen könnten. Dann wäre der monoklonale Antikörper mit dem Forschungsnamen AAB- 001 vielleicht schon Ende nächsten Jahres auf dem Markt.

Tysabri und mehr

Besondere Fantasie geht bei der Elan-Aktie von der bevorstehenden Tysabri-Entscheidung für die Indikation Morbus Crohn aus. Doch auch auf mittlere und lange Sicht gibt es Faktoren, die für ein Engagement sprechen. Investoren mit einem gewissen Maß an Risikobereitschaft legen sich deshalb einige Stücke ins Depot.

Kursziel bei Elan: 22,00 Euro. Stopp: 13,00 Euro.

Erschienen in DER AKTIONÄR Ausgabe 29/2007.

Hier erhalten Sie weitere Informationen zum Magazin.

Artikel kommentieren:

Um einen Kommentar zu schreiben, müssen Sie eingeloggt sein.
Sie besitzen noch kein Login? Dann registrieren Sie sich kostenfrei.

  • Es sind noch keine Kommentare vorhanden.

Videos zum Thema:

Der Aktionär TV

Mehr zum Thema:

| DER AKTIONÄR | 0 Kommentare

Der neue Mega-Markt

In den USA leiden derzeit rund fünf Millionen Menschen unter Alzheimer. Neueren Studien zufolge soll sich diese Zahl bis 2050 auf 16 Millionen mehr als verdreifachen. Die Entwicklung neuer Medikamente gegen die Krankheit geht auf die Zielgerade - und könnte Unternehmen und Anlegern satte Gewinne bescheren. mehr