10tacle studios AG
- DER AKTIONÄR

"Ein echter Kracher"

Bereits in Ausgabe 36/2006 hat DER AKTIONÄR die Aktie von 10Tacle zum Kauf empfohlen. Beim Kurs hat sich seitdem nicht viel getan – noch nicht, denn bei den Darmstädtern steht einiges an. Analysten erwarten bei dem Hersteller von Computer- und Videospielen im kommenden Jahr einen Umsatz und Ergebnissprung. SES Research etwa sieht für 2007 einen Umsatzzuwachs von 20 auf 45,6 Millionen Euro und einen Anstieg beim Gewinn je Aktie von 0,39 auf 0,98 Euro.

Der Computer- und Videospiele-Hersteller 10Tacle liefert gute News fast wie am Fließband. Die Prognosen für 2006 dürften übertroffen werden.

Bereits in Ausgabe 36/2006 hat DER AKTIONÄR die Aktie von 10Tacle zum Kauf empfohlen. Beim Kurs hat sich seitdem nicht viel getan – noch nicht, denn bei den Darmstädtern steht einiges an. Analysten erwarten bei dem Hersteller von Computer- und Videospielen im kommenden Jahr einen Umsatz und Ergebnissprung. SES Research etwa sieht für 2007 einen Umsatzzuwachs von 20 auf 45,6 Millionen Euro und einen Anstieg beim Gewinn je Aktie von 0,39 auf 0,98 Euro. DER AKTIONÄR sprach mit dem Vorstandsvorsitzenden Michele Pes über die Zukunftsaussichten von 10Tacle.

DER AKTIONÄR: Herr Pes, warum haben die Initiatoren von 10Tacle dem Unternehmen so einen komplizierten Namen gegeben?

MICHELE PES: Durch die deutsche Brille betrachtet mag das so sein, aber als internationaler Markenname ist 10Tacle nahezu perfekt. Jedem, der den Namen auf „Englisch“ betrachtet, erschließt sich das. Darüber hinaus landen wir auf allen Messeinfos, Börsenlisten, etc. ganz vorne, noch vor dem Buchstaben A.

Welchen Nutzen können Sie aus den Medienfonds ziehen?

Die Medienfonds geben 10Tacle im Vergleich zum Mitbewerb eine extrem hohe Planungssicherheit. Anders als bei Einzelbeauftragungen mit monatlichen Zahlungen, ordern die Fonds gleich mehrere Produkte en bloc und zahlen die gesamten Produktionskosten vorab. Damit ist 10Tacle sowohl gegen Zahlungsausfall gesichert und zusätzlich sind unsere Studios damit dann durchschnittlich auf 24 bis 32 Monate im voraus gebucht und bezahlt.

Wie viele Aufträge können Sie von den europäischen Medienfonds noch erwarten? Denn eine Neuauflage oder Fortsetzung von Aufträgen aus diesem Umfeld wird es angesichts der neuen Rechtslage nicht mehr geben, oder?

Die geänderte Rechtslage betrifft ja nur die Möglichkeit der steuerlichen Verlustzuweisung. Am Anfang war das für uns ein wichtiger Faktor, dass möchte ich gar nicht abstreiten. Mittlerweile ist das Zuweisen von Verlusten aber in den Hintergrund getreten. Die Investoren haben Games als renditestarkes Investment identifiziert und interessieren sich daher mehr für das Thema an sich, als für den Nebeneffekt der Steuerersparnis. Das ist im übrigen auch gut so, da wir als hochwertiger Spieleproduzent wahrgenommen werden wollen und nicht als Steuersparmodell. Insofern trennt sich nun die Spreu vom Weizen.

Hat Ihr Fonds in Singapur schon die anvisierten 20 Millionen US-Dollar platziert oder steht das noch aus?

Wir gehen davon aus, dass nach dem heutigen Stand die 20 Millionen Dollar überschritten werden, aber das genaue Volumen wissen wir heute noch nicht. Dies wird sich in den nächsten Tagen klären. Auf alle Fälle verstärken sich dadurch die Expansionsmöglichkeiten im asiatischen Raum deutlich.

Zur höheren Transparenz wäre es besser, wenn Sie neben den Halbjahres- auch Quartalszahlen veröffentlichen würden. Ab wann können die Anleger damit rechnen?

Wir müssen pro Bilanzstichtag auch sechs Auslandsgesellschaften konsolidieren. Dafür brauchen wir Personal, das wir zuerst aufbauen müssen. Wir gehen davon aus, dass wir im zweiten Quartal 2007 so weit sind.

Mit welchem EBIT kalkulieren Sie im laufenden und kommenden Jahr?

Sehen Sie mir bitte nach, dass ich dazu keine Aussage treffen darf, dennoch darf ich auf die Studie der SES Research verweisen, die von vier Millionen Euro EBIT für 2006 ausgeht. Das sollten wir nach heutigem Kenntnisstand erreichen und auch übertreffen. Für 2007 haben wird einen großen Teil der Aufträge mit unseren Kunden bereits fest vereinbart, sodass wir sicher sind, dass wird die Umsatzverdoppelung und den damit einhergehenden Ertragssprung realisieren können. SES schätzt für 2007 den Gewinn je Aktie in einer Größenordnung von 0,98 Euro. Wenn sich unsere Pläne verwirklichen lassen, dann könnte dies eher zu konservativ sein.

Können Sie uns einige Details über das Rennspielprojekt im Wert von knapp acht Millionen Euro schildern?

Gerne! Dahinter steht eine umfängliche Lizenz an Ferrari. Wir werden eine einzigartige Ferrari Racing World produzieren, in der alle Fahrzeuge von der Historie bis in die heutige Zeit erlebbar gemacht werden. Das ganze Spiel arbeitet auf qualitativ höchstem Niveau. Ferrari ist die am stärksten emotional besetzte Automarke, wir sind sicher, dass dies gerade in Amerika und Asien ein echter „Kracher“ wird!

Mit 9You haben Sie in China einen ganz großen, wenn nicht den größtmöglichen Kooperationspartner in Asien. Wann fangen Sie an, die 9You-Produkte in Europa zu vertreiben?

Wir sind zu diesem Thema mit 9You in enger Abstimmung. Ein genauer Zeitpunkt steht noch nicht fest, wir wollen uns auch nicht einreihen in die Vielzahl der Anbieter, die glauben, man könne asiatische Produkte so ohne Weiteres in Europa vermarkten. Diese Produkte sind so grundverschieden wie Zucker und Salz! viel wichtiger: Schon im Frühjahr kommt das erste 10Tacle Asia Produkt auf den asiatischen Markt. Unser erstes MMO-Game wird in China voraussichtlich im Mai an den Start gehen und 9You wird eine groß angelegte Werbekampagne mit uns starten. Wir sind zuversichtlich, den 120 Millionen registrierten Usern von 9You ein tolles und für den Markt perfektes Spiel anbieten zu können. Es wurde übrigens auch von 10Tacle Asia produziert.

Haben Sie eine eigene Meinung zum aktuellen Aktienkurs?

Wir müssen jetzt raus aus der „stabilen Seitenlage“! Im Vergleich zum Mitbewerb sind wir hoffnungslos unterbewertet. Das Team und ich werden alles dafür tun, dass der wahre Wert dieses Unternehmens noch klarer herausgearbeitet wird. Langfristig bin ich überzeugt, wird der Markt sich einen fairen Preis suchen. Den sehe ich in jedem Fall jenseits der 17 bis 18 Euro !

Überraschung möglich

10Tacle dürfte die Prognosen für das laufende Jahr schlagen. Die Weichen für einen Umsatz- und Ergebnissprung im Jahr 2007 sind gestellt, so dass die Aktie aktuell mit einem 2007er-KGV von 10 ein absolutes Schnäppchen ist. Spekulativ orientierte Anleger „spielen“ bei 10Tacle mit einem Stopp bei 8,50 Euro mit.

Erschienen in DER AKTIONÄR Ausgabe 52/06 - 01/07.

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