Royal Dutch Shell
- Thorsten Küfner - Redakteur

„Dividendenperle“ Royal Dutch Shell: Versagt die OPEC erneut

Die Anteilscheine der meisten Öl- und Gasproduzenten wie etwa auch die Papiere des Energieriesen Royal Dutch Shell sind im frühen Handel unter Druck geraten. Der Hauptgrund hierfür ist der gesunkene Ölpreis. Dieser wiederum leidet unter der (nicht überraschenden) Unfähigkeit der OPEC-Miglieder, sich auf konkrete Förderzahlen zu einigen.

Die Mitglieder des Ölkartells OPEC haben sich nicht mit anderen Rohstoffmächten auf eine Drosselung der Produktion einigen können. Angesichts der niedrigen Weltmarktpreise für Rohöl hoffen einige Länder darauf, mit einer Reduzierung der Fördermengen den Markt zu stabilisieren und die Einnahmen zu erhöhen. In einer offiziellen Mitteilung hieß es am Samstag in Wien, dass die Opec auch im kommenden Jahr mit niedrigen Preisen rechnet. Der Opec gehören 14 Länder an: Neben den Gründungsmitgliedern Iran, Irak, Kuwait, Saudi Arabien und Venezuela sind dies Katar, Indonesien, Libyen, die Vereinigten Arabischen Emirate, Algerien, Nigeria, Ecuador, Gabun und Angola.

Um einen Weg aus der Krise zu finden, soll sich das Kartell künftig regelmäßig mit Nicht-Opec-Ländern wie Russland, Mexiko und Brasilien treffen. Die Beratungen sollen bereits im November weitergehen. Selbst die Mitglieder der Organisation erdölexportierender Länder (Opec) untereinander konnten sich am Freitag trotz Verhandlungen bis in den späten Abend selbst nicht auf eine Förderkürzung einigen. Besonders der Iran und Irak sollen ihre Produktion sogar noch ausweiten wollen, hieß es in Wien.

Die Zeit läuft
Bei dem nächsten Treffen müssten alle Länder detaillierte Zahlen über eine mögliche Drosselung vorlegen, hieß es aus der kasachischen Delegation. "Von Seiten der Nicht-Opec-Länder gab es bis jetzt jedenfalls kein Zusage für ein Einfrieren", sagte der kasachische Vize-Energieminister Magsum Mirsagalijew. Wichtiger sei nun ohnehin, einen Dialog herzustellen. Am 25. und 26. November sollen die Opec-Länder nochmals zusammenkommen, um die individuelle Förderquote der einzelnen Länder zu besprechen. Dabei sollen auch Nicht-Opec-Länder teilnehmen.

Am 30. November entscheiden dann die Öl-Minister über ein geplantes Einfrieren. Das Kartell hatte im September angekündigt, die Produktion auf 32,5 bis 33,0 Millionen Barrel pro Tag zu senken. Im September wurden von den Opec-Mitgliedern laut eigenen Angaben im Schnitt täglich 33,39 Millionen Barrel gepumpt.

Shell-Aktie bleibt attraktiv
Wie bereits schon mehrfach betont, dürfte Shell auch auf dem aktuellen Ölpreisniveau in der Lage sein hochprofitabel zu wirtschaften, die Anteilseigner weiterhin mit einer satten Dividende (Rendite: 6,8 Prozent) zu verwöhnen und somit nicht mit der Tradition brechen muss, seit 1945 kein einziges Mal die Ausschüttung gekürzt zu haben. Die günstig bewertete Aktie bleibt daher weiterhin ein Kauf, der Stopp sollte bei 19,50 Euro belassen werden.

(Mit Material von dpa-AFX)

 


 

Sell in May and go away?

Autor: Schwarzer, Jessica
ISBN: 9783864701252
Seiten: 240
Erscheinungsdatum: 06.12.2013
Verlag: Börsenbuchverlag
Art: gebunden/Schutzumschlag
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