- DER AKTIONÄR

"Der perfekte Partner"

Nach der Trennung von Salomon hat der Herzogenauracher Sportartikelhersteller Adidas nun den US-Konkurrenten Reebok akquiriert. Konzernchef Herbert Hainer legt im Gespräch mit dem AKTIONÄR die Gründe für die Übernahme dar und spricht über die Perspektiven für sein Unternehmen.

Nach der Trennung von Salomon hat der Herzogenauracher Sportartikelhersteller Adidas nun den US-Konkurrenten Reebok akquiriert. Konzernchef Herbert Hainer legt im Gespräch mit dem AKTIONÄR die Gründe für die Übernahme dar und spricht über die Perspektiven für sein Unternehmen.

DER AKTIONÄR: Herr Hainer, erst vor wenigen Monaten haben Sie das leidige Kapitel Salomon beendet. Nun übernehmen Sie Reebok. Wieso glauben Sie, dass es dieses Mal der richtige Partner ist?

Herbert Hainer: Reebok ist der perfekte Partner für uns, da sich Adidas und Reebok einerseits optimal ergänzen und sich zum anderen vielfältig unterstützen können. Reebok ist in Amerika und in den amerikanischen Sportarten sehr stark, wir sind es in Europa und Asien.

Zudem möchte ich zum Thema Salomon anmerken, dass wir durch die Übernahme der Salomon-Gruppe im Jahr 1997 auch die Golfmarke TaylorMade erworben haben. Diese haben wir hervorragend integriert und mittlerweile zur am schnellsten wachsenden Golfmarke gemacht. Wer uns also für Salomon kritisiert, sollte uns auch für TaylorMade loben.

Mit der Übernahme von Reebok greifen Sie Nike, ihren großen Konkurrenten, auf dem US-Markt an. Wieso ist Ihnen diese Region so wichtig?

Der nordamerikanische Markt ist der größte Sportartikelmarkt der Welt und macht mehr als 50 Prozent des weltweiten Sportartikelmarktes aus. Wer global eine starke Rolle spielen will, muss in Nordamerika eine gewisse Größe erreichen. Mit Reebok werden wir noch mehr Konsumenten erreichen, die wir mit Adidas nicht ansprechen könnten.

Würde eine Puma-Übernahme für Adidas Sinn machen?

Klare Antwort: Nein!

Im nächsten Jahr findet die Fußball-WM in Deutschland statt. Ein Traumjahr für Adidas?

Die WM 2006 in Deutschland ist eine einzigartige Chance, unseren Führungsanspruch in der Sportartikelindustrie zu unterstreichen und der Welt zu zeigen, dass Adidas die Marke ist, die den Sport am besten versteht. Außerdem werden wir die Fußball-WM nutzen, um unsere Stellung als weltweite Nummer eins im Fußball weiter zu festigen und auszubauen.

Wie geht es danach weiter?

Danach kommen die Olympischen Spiele in Peking. Ich bin mir sicher, dass dies die größten Olympischen Spiele sein werden, die wir je gesehen haben. Glauben Sie mir, es wird immer Plattformen geben, auf denen wir uns präsentieren können. Nach dem Zusammenschluss mit Reebok werden wir mit unseren drei Hauptmarken Adidas, Reebok und TaylorMade praktisch in jeder Region der Welt 365 Tage im Jahr präsent sein.

Das Interview führte Thomas Bergmann

Outperformer im Dax

Adidas-Salomon ist seit der Erstempfehlung im Januar 2004 um mehr als 50 Prozent und damit deutlich stärker als der Dax gestiegen. Aufgrund der Reebok-Übernahme und der bevorstehenden Fußball-WM 2006 in Deutschland dürfte die Aktie auch in Zukunft einen Platz auf dem Siegertreppchen einnehmen.

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